
(São Paulo, 26. März 2026, agência brasil).- Im Jahr 2025 ist die Zahl der Brasilianer*innen, die Bücher kauften, angestiegen. Das zeigt eine am 26. März veröffentlichten Studie, die von der Brasilianischen Buchkammer (CBL) in Zusammenarbeit mit Nielsen BookData durchgeführt worden ist. Die Daten zeigen, dass 18 Prozent der über 18-jährigen Bevölkerung im vergangenen Jahr mindestens ein gedrucktes oder digitales Buch gekauft haben. Das stellt einen Anstieg von zwei Prozentpunkten – drei Millionen neue Käufer*innen – gegenüber 2024 dar.
„Dass die Zahl der Buchkäufer*innen in einem einzigen Jahr um drei Millionen gestiegen ist, zeigt, dass das Buch seine Bedeutung behält und es ein beständiges Wachstumspotential für den brasilianischen Buchmarkt gibt“, betonte Sevani Matos, Präsidentin der Brasilianischen Buchkammer.
Dieses Wachstum sei Ergebnis eines Zusammenwirkens von Verlagen, Buchhandlungen, Autor*innen, Influencer*innen, staatlichen Maßnahmen und Initiativen zur Leseförderung, so Matos.
Für die Studie Panorama do Consumo de Livros (Übersicht über den Buchkauf) wurden im Oktober 2025 16.000 Personen befragt, die im letzten Jahr Bücher gekauft hatten oder auch nicht. Unter denen, die 2025 kein Buch gekauft hatten, gaben 28 Prozent als Grund an, dass es in der Nähe keinen Buchladen gäbe, was hochgerechnet etwa 35 Millionen Personen entspricht. Für 35 Prozent der Nicht-Käufer*innen sind Bücher teuer.
Ein weiterer Grund, kein Buch gekauft zu haben, war das Herunterladen von kostenlosen E-Books (16,3 Prozent) und der Zugang zu kostenlosen PDF-Dateien (16,1 Prozent). Die Koordinatorin für Wirtschafts- und Branchenstudien bei Nielsen BookData, Mariana Bueno, merkte an, dass ein Großteil dieser Fälle mit Piraterie zu tun habe.
„Für uns aus der Buchbranche ist Piraterie eine Form der Nachfrage. Mit anderen Worten, es sind Personen, die auf irgendeine Art und Weise lesen, aber nicht kaufen. Wir sagen, dass es eine aufgestaute Nachfrage ist, dass der Markt sie erreichen kann, dass man Aktionen entwickeln kann, um diese Personengruppe zu erreichen“, sagte Mariana Bueno.
Brasilianische Buchkäufer*innen überwiegend weiblich
Gemäß den erhobenen Daten sind 61 Prozent aller Personen, die Bücher kaufen, weiblich. Wenn man ethnische Zugehörigkeit, Einkommen und Geschlecht zusammen betrachtet, so zeigt die Studie, dass schwarze Frauen der Mittelschicht mit 15 Prozent die größte Gruppe der buchkaufenden brasilianischen Bevölkerung sind.
Die Studie zeigte darüber hinaus, dass unter den jungen Leuten der Zuwachs am größten war. In der Altersgruppe von 18 bis 34 Jahren gab es einen Zuwachs von 3,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Für Sevani sind die sozialen Medien eine wichtige Eintrittspforte für neue Leser*innen geworden.
„Content Creators, Empfehlungen im Internet und virtuelle Gemeinschaften haben die Reichweite der Literatur vergrößert, besonders unter den jüngeren Leuten“, analysierte die Präsidentin der Brasilianischen Buchkammer.
Malbücher und Young-Adult-Titel beliebt
Mariana Bueno berichtete, dass Malbücher ein wesentlicher Faktor für das beobachtete Wachstum waren. Im letzten Jahr kauften 7,1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, etwa elf Millionen Menschen, mindestens ein Exemplar. Diese Zahl entspricht 40 Prozent aller Personen, die ein Buch gekauft hatten.
„Aber die Einzelhandelsdaten deuten darauf hin, dass Belletristik-Titel, besonders Young-Adult-Bücher, eine maßgebliche Rolle bei diesem Anstieg spielten. Es handelt sich um Werke, die sich an ein jüngeres, Internet-affines Publikum richten, was direkt die Ergebnisse der Studie widerspiegelt“, fügte sie hinzu.
Der Studie zufolge tätigen 56 Prozent der Buchkäufer*innen normalerweise Einkäufe über die sozialen Medien. Frauen zwischen 25 und 54 Jahren machen 76 Prozent der weiblichen Käuferschaft und 26 Prozent aller Buchkäufer*innen aus, die über diese Plattformen einkaufen.
Beim letzten Buchkauf haben 80 Prozent der Käufer*innen ein gedrucktes Werk und 20 Prozent eine digitale Version erworben. Außerdem gaben 70 Prozent der Buchkäufer*innen an, dass sie sich gerne über Neuerscheinungen informieren, hauptsächlich über Seiten von Online-Shops (34 Prozent), Bekannte und Verwandte (30 Prozent), Buchläden (24 Prozent) und Content Creators (22 Prozent).
Der Buchladen behält eine strategische Rolle beim Einkaufserlebnis bei, wenn man berücksichtigt, dass er für 53 Prozent der Buchkäufer*innen ein Ort ist, wo man sich entspannen und ohne Druck umsehen kann, während 46 Prozent sich dort mit Kultur und Wissen verbunden fühlen. Beim letzten Kauf eines gedruckten Buches haben 53 Prozent es online erworben und 47 Prozent vor Ort.
„Das Buch ist nicht nur ein Produkt, sondern ein kulturelles Erlebnis. Um dieses Wachstum aufrechtzuerhalten, ist die Förderung von Buchhandlungen, Bibliotheken und Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs von grundlegender Bedeutung“, schloss die Präsidentin der Brasilianischen Buchkammer.
Übersetzung: Christa Röpstorff
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