Mexikanischer Immigrant nach Abschiebung verschwunden

Héctor García Mendoza ist seit seiner Abschiebung nach Mexiko spurlos verschwunden. Foto: Democracy Now

(Washington, 29. Mai 2020, Democracy Now/poonal).- Héctor García Mendoza, ein mexikanischer Immigrant ohne gültige Papiere, der die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) verklagt hat, weil er befürchtete, an Covid-19 zu erkranken, ist nach seiner Abschiebung nach Mexiko spurlos verschwunden. Der 30-jährige gilt nun offiziell als vermisst.

García Mendoza hatte sich am 15. Mai an einer Sammelklage beteiligt, mit der die Freilassung sämtlicher Migrant*innen gefordert wird, die in der privaten Haftanstalt Elizabeth Contract Detention Center im US-Bundesstaat New Jersey festgehalten werden; dort sind mindestens 18 Insassen an Covid-19 erkrankt; ein Wachmann starb daran. Die Kläger beschrieben das ehemalige Lagerhaus als verdreckt und beklagten einen Mangel an Reinigungsmitteln.

Nach Informationen der Website Gothamist wurde García Mendoza am 19. Mai, vier Tage nach der Sammelklage ohne vorherige Ankündigung nach Laredo im südlichen Bundesstaat Texas geflogen und von dort bis zur nordmexikanischen Grenzstadt Nuevo Laredo begleitet. Die Grenzstadt gilt als besonders gefährlich.

Abschiebung als Vergeltung für Anzeige

Mendoza wurde abgeschoben, obwohl ein Bundesrichter dies untersagt hatte. Seitdem haben seine Angehörigen weder in Mexiko noch in den USA etwas von ihm gehört. Seine Anwält*innen haben Herbergen in Mexiko und Solidaritätsgruppen in Texas kontaktiert, aber keine Spur von ihm gefunden. Sie gehen davon aus, das seine beschleunigte Abschiebung eine Vergeltungsaktion für die Anzeige war, die er gegen die Einwanderungsbehörde erstattet hat. García Mendoza hatte zehn Jahre in den USA gelebt.

Die Familie von García Mendoza macht sich zudem Sorgen um seinen Gesundheitszustand. In den Tagen vor seiner Abschiebung hatte er keine medizinische Betreuung seitens der Einwanderungsbehörde erhalten, obwohl er sich über Atemnot und Schmerzen in der Brust beklagt hatte. Es ist nicht bekannt, ob er an Covid-19 erkrankt war, aber er litt bereits seit seiner Kindheit an Asthma.

In den USA sind landesweit 1.327 Gefangene in den Haftanstalten der ICE positiv auf Covid-19 getestet worden, das sind über die Hälfte aller Insassen. Mehrere Erkrankte wurden abgeschoben und könnten so das Virus exportiert haben.

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