Lautlose Migration in die Dominikanische Republik

von Moises Saab

(Havanna, 25. April 2010, prensa latina).- Seit dem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 haben rund 200.000 Haitianer*innen ihre Habseligkeiten gepackt und sind in die benachbarte Dominikanische Republik ausgewandert, erklärte Ramón Flores, Berater des dortigen Wirtschaftsministeriums. Laut Flores seien diese Zahlen von der UNO zur Auswertung gesammelt worden.

Die dominikanischen Behörden befürchten eine Masseneinwanderung. Nach ihren Angaben würden derzeit mehr als eine Millionen Bürger*innen des Nachbarlandes „illegal“ in ihrem Gebiet wohnen.

Der Experte warnte, dass die Verzögerung einer Lösung der angehäuften gravierenden Probleme des Nachbarlandes und mehr noch die Folgebeben große Auswirkungen auf die dominikanische Gesellschaft haben könnten.

Flores erwähnte Probleme bei der Organisierung der Weltfinanzierungshilfe für Haiti und wies auf die Dringlichkeit hin, bald mit den Wiederaufbauprogrammen zu beginnen. Diese Themen würden in einer Konferenz, die für nächsten Juni in der Hauptstadt einberufen wurde, besprochen werden.

Zwar sei die dominikanische Hilfe aus menschlicher Solidarität entschieden worden, bei näherer Betrachtung könnte dies jedoch auch aus Zweckmäßigkeit geschehen sein, erklärte Flores und warnte vor der Wirkung, welche die Ereignisse im westlichen Nachbarland auf sein Land hätten.

Dominikanische Medien drückten ihre Besorgnis über die haitianische Präsenz aus und betrachten diese als unhaltbare Bürde für die Wirtschaft, die geprägt sei von der Weltwirtschaftskrise, Unterentwicklung und Unsicherheit in Bildungseinrichtungen sowie dem öffentlichem Gesundheitswesen.

Dennoch erinnern andere Medienvertreter*innen daran, dass die illegalisierten Haitianer*innen die Hauptmasse billiger Arbeitskräfte in den ländlichen Gebieten ausmachen würden. Zudem würden sie in den städtischen Gebieten Arbeiten ausführen, die von den dominikanischen Bürger*innen verschmäht würden.

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