55 Migrant*innen bei Verkehrsunfall getötet

Bei einem schweren Verkehrsunfall sind 55 Migrant*innen ums Leben gekommen. Foto: Desinformémonos

(Mexiko-Stadt, 10. Dezember 2021, desinformémonos/poonal).- Bei einem schweren Verkehrsunfall im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas sind 55 Migrant*innen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich am 9. Dezember, als ein mit über 160 Migrant*innen überladener Sattelschlepper auf der Landstraße von Chiapa de Corzo nach Tuxtla Gutiérrez in einer Kurve von der Fahrbahn abkam, gegen einen Brücke prallte und umstürzte. Weitere 107 Menschen wurden verletzt und in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert.

Die Migrant*innen kamen überwiegend aus Guatemala, aber auch aus Honduras, Nicaragua, El Salvador und waren zunächst auf dem Weg nach Puebla. Die meisten der Toten wurden erdrückt. Die Präsidenten Mexikos und Guatemalas beklagten in fast gleichlautenden Erklärungen die „Tragödie“ und drückten den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Migrationspolitik mitverantwortlich

Menschenrechtsgruppen gaben hingegen der Politik eine Mitschuld an dem Unglück. Der Tod der 55 Migrant*innen sei das „direkte Ergebnis“ der „repressiven Migrationspolitik der mexikanischen Regierung“, erklärte das Kollektiv zur Beobachtung der Menschenrechte im Südosten Mexikos.

„Die militarisierte, repressive und gewalttätige Migrationspolitik zwingt die über den Süden Mexikos einreisenden Menschen, immer riskantere Wege zu wählen, die lebensgefährlich sind“, schrieb das Kollektiv in einer Presseerklärung. Das Kollektiv forderte die mexikanische Regierung auf, für eine würdevolle Rückführung der Leichen und eine medizinische Versorgung der Überlebenden zu sorgen.

Dieses Unglück zeige erneut, „dass die Anonymität und die Bedingungen, unter denen die Menschen gezwungen sind zu migrieren, tödlich sind“. Sie seien Konsequenz einer gescheiterten Migrationspolitik, betonten mehrere Menschenrechtsgruppen in einer gemeinsamen Erklärung. Konkret kritisierten sie die Militarisierung der Grenzen und Transportrouten sowie einen fehlenden Zugang zu Asyl- und Migrationsverfahren. Sie forderten eine Aufklärung des Vorfalls unter Einbeziehung der Angehörigen sowie einen legalen Aufenthaltsstatus für die Opfer.

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