Sexueller Missbrauch: Feministische Studentinnen erkämpfen Vereinbarung

Die Universität Bío Bío im chilenischen Concepción, hier eine Protestaktion von 2011. Foto: Carol Crisosto Cadiz/Flickr (CC BY-SA 2.0)

(Concepción, 3. Juli 2018, resumen.cl).- Nach anderthalb Monaten des Protestes, der auch Besetzungen einschloss, haben die selbstorganisierten Studentinnen der Universität Bío Bío in Concepción am Mittwoch, den 27. Juni, wichtige Verbesserungen unterschrieben. Diese beziehen sich auf die Verfahrensweise bei Fällen von sexueller Belästigung und Missbrauch an der Universität. Außerdem sollen spezielle Schulungskurse für alle Studierenden der Universität angeboten werden, die ein besonderes Augenmerk auf die Gender-Perspektive richten.

Im Laufe dieses Tages haben die selbstorganisierten Frauen der Universität Bío Bío das Gebäude Juan Gantes der Fakultät für Bauingenieurswesen in Concepción zurückgegeben. Dieses war zuvor während der Proteste besetzt worden – genau wie die Unterrichtsräume AC, AB und AA, die bereits während dieser anderthalb Monate im Zuge der Verhandlungen zwischen Studentinnen und Universitätsbehörden übergeben wurden.

Gleichstellungsbüro soll eingerichtet werden

Die protestierenden Studentinnen der Universität Bío Bío konnten zahlreiche Vereinbarungen erzielen. Cassandra Rubio, eine der Besetzerinnen, betonte Resumen gegenüber, dass “Geschlechterpolitik in die Institution integriert werden soll, was zur Einrichtung eines Gleichstellungsbüros und zu der Verpflichtung führen wird, die Verfahren bei sexuellem Missbrauch und Belästigung an der UBB zu beschleunigen“.

Was die akademischen Inhalte betrifft, so sagte Cassandra, die an der Universität Bío Bío Soziale Arbeit studiert, die Vereinbarungen umfassten zukünftig “die Beachtung der Gender-Perspektive in allen Lehrgängen an der Universität, sowie die Schaffung eines Arbeitskreises zwischen Müttern, Vätern und dem Studierendenbüro”.

All diese Vereinbarungen wurden am 3. Juli nachmittags um 15 Uhr vom Rektor der Universität Bío Bío, Héctor Gaete, und von den Besetzerinnen unterschrieben – diese saßen während dieser anderthalb Monate des Protestes mit den Vertreter*innen der Universitätsleitung an einem Verhandlungstisch.

„Vorher wurde an der Universität nicht mit Gender-Perspektiven oder Gender-Thematiken gearbeitet“, unterstrich Cassandra mit Blick auf die Situation in Concepción vor den Protesten und Besetzungen an der Universität Bío Bío. „Die Proteste haben geholfen, diese Themen nicht nur zur Diskussion zu bringen: wir haben es geschafft, sie ganz oben auf die Agenda zu setzen. Das wiederum bedeutet, dass es ab jetzt ein genderspezifisches Fach geben wird, das als Teil der ganzheitlichen Bildung verfügbar ist“.

Die Studentin betonte das Erstarken der Organisation von Frauen an der Universität Bío Bío. “Diese Proteste waren ein Moment des Zusammentreffens für uns Frauen, um uns kennenzulernen und uns zu visualisieren. Ich glaube, dass wir noch nie die Möglichkeit hatten, zusammenzuarbeiten beziehungsweise diejenigen zu sein, die organisieren, die Richtung angeben und die Entscheidungen treffen.”

CC BY-SA 4.0 Sexueller Missbrauch: Feministische Studentinnen erkämpfen Vereinbarung von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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