Noch bestehen Hürden beim Recht auf Abtreibung

von Guadalupe Cruz Jaimes

(Mexiko-Stadt, 23. April 2010, cimac).- Drei Jahre nachdem der legale Schwangerschaftsabbruch ILE (Interrupción Legal del Embarazo) in Mexiko-Stadt beschlossen wurde, bestehen noch Herausforderungen, damit die Hauptstädterinnen diesem Recht nachkommen können. Diese liegen, neben der Garantie auf angemessene medizinische Betreuung, in dem Mangel an Informationen sowohl zum Zugang zu diesem Recht, als auch zur Vorbeugung unerwünschter Schwangerschaften.

Nach Angaben von Axela Romero, Mitglied der zivilrechtlichen Organisation Uneingeschränkte Gesundheit für die Frau Sipam (Salud Integral para la Mujer), sei das Ziel im politischen Bereich, den ILE in der Hauptstadt aufrecht zu erhalten, ähnliche Reformen im restlichen Land zu fördern und die lokalen Gesetze der 17 Bundesstaaten zu ändern, in denen die Abtreibung noch strafbar sei.

Im kulturellen Bereich hingegen sei „die Tatsache weiterhin sehr umstritten, dass Frauen ein Recht haben über ihren Körper zu bestimmen“. Dies sei aber auch insofern wichtig, da Personen in öffentlichen Funktionen die Abtreibung nicht als Menschenrecht der Frauen anerkennen würden.

Daher sei es notwendig, die unvorteilhafte Situation zu ändern, in der sich „viele“ Hauptstädterinnen befänden, da sie aufgrund von Armut und Uninformiertheit kaum ihre sexuellen und reproduktiven Rechte ausüben könnten. Die öffentliche Politik solle dafür sorgen, dass den Städterinnen, die einen ILE ersuchen, ausreichende Dienstleistungen garantiert würden.

Auch Martha Juárez vom Konsortium für Dialog und Gleichheit sieht nach drei Jahren der Entkriminalisierung der Abtreibung die Notwendigkeit, dass die Regierung der Hauptstadt eine informative, massive und permanente Aufklärungskampagne veranlassen sollte, um unerwünschten Schwangerschaften vorzubeugen.

Die Feministin sieht die große Herausforderung für Mexikanerinnen darin, der Diskriminierung von tausenden von Frauen im Land, die keinen Zugang zur Abtreibung in ihren Bundesstaaten haben, ein Ende zu bereiten. Es sei wichtig, den Frauen den Zugriff auf den ILE zu eleichtern und für Vorbeugung ungewollter Schwangerschaften sowie Sexualerziehung zu sorgen.

Für María Luisa Sánchez, Direktorin der Infogruppe über selbstbestimmte Reproduktion GIRE (Grupo de Información en Reproducción Elegida), liegt die Herausforderung bezüglich des ILE darin, dass sich die Bevölkerung der Hauptstadt dieses Recht aneignet, damit die Frauen davon Gebrauch machen können. Dazu sei es neben einer vermehrten Verbreitung notwendig, „das Stigma der Abtreibung zu beseitigen“, da die katholische Hierarchie diese pflichtgemäß als ‘sündhaft’ beurteile.

Am 24. April 2007 hat die Gesetzgebende Versammlung des Haupstadtbezirks den ILE als Recht verabschiedet. Mit diesem Datum begann zudem die Erfassung der Abtreibungspraxis in Mexiko. Auf Bundesebene existieren hingegen keine Statistiken da, mit Ausnahme der Hauptstadt, die Unterbrechung ungewollter Schwangerschaften im Verborgenen bleibt.

Die Direktorin der GIRE gab an, dass während dieser drei Jahre 39.337 Frauen im Hauptstadtdistrikt den ILE unter sicheren Bedingungen vorgenommen hätten.

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