#8M-Brasilien: Frauen legen Produktion in Textilfabrik lahm

Foto: MST

(São Paulo, 8. März 2018, Brasil de Fato).- Am 8. März legten etwa 800 Frauen, Mitglieder der Landlosenbewegung MST und des Weltfrauenmarsches, die Produktion eines Textilunternehmens, das zur Gruppe Guararapes gehört, lahm. Die Fabrik befindet sich in der Stadt Extremoz im Bundesstaat Rio Grande do Norte im Nordosten Brasiliens. Die Aktion fand im Rahmen des Frauenkampftages der MST-Frauen statt.

Die Fabrik gehört dem Unternehmer Flávio Rocha, Eigentümer der Bekleidungskette Riachuelo. Laut Vanuza Macedo, Anführerin der MST auf nationaler Ebene, „verkörpert er die Heuchelei des brasilianischen Unternehmers, der die Arbeitenden ihrer Rechte beraubt und Allianzen mit Politikern schmiedet, wie mit Rogério Marinho von der Sozialdemokratischen Partei Brasiliens PSDB (Partido da Social Democracia Brasileira)*, der Sprecher bei der Arbeitsreform im brasilianischen Kongress war.“ Flávio Rocha untersützte verschiedene Vorschläge der Regierung von Michel Temer, darunter die Arbeits- und die Rentenreform. 2016 wurde das Unternehmen Riachuelo verurteilt, weil ihre Arbeiter*innen unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten mussten. Eine der Arbeiterinnen hatte die körperliche und psychische Misshandlung während der Kleidungsherstellung angezeigt.

Ein Paradies für Unternehmen: Steuerbefreiungen, öffentliche Finanzierung und Abbau der Arbeitsrechte

In diesem Kontext weist Vanuza Macedo darauf hin, dass „sich die Unternehmensgruppe von Flávio Rocha seit den 1950er Jahren durch Steuerbefreiungen und öffentliche Finanzierung bereichert. Zwischen 2009 und 2016 erhielt die Gruppe fast 46 Millionen US-Dollar“. Damit bezieht sich Macedo auf die Finanzierung der Gruppe Guararapes durch die Brasilianischen Entwicklungsbank, während der Regierungszeit der Arbeiterpartei PT (Partido dos Trabalhadores). Während dieser Zeit genossen die Unternehmen von Flávio Rocha auch Steuervorteile beim Bau ihrer Fabriken in den Bundesstaaten Ceará und Rio Grande do Norte.

Für Cláudia Lopes vom Frauenweltmarsch, geben die Arbeiterinnen an diesem 8. März die Namen derjenigen preis, die „den Putsch unterstützen, die Arbeiterinnen und Arbeiter ausbeuten und sich öffentliche Gelder aneignen, vor allem im Kontext der Haushaltskürzungen und dem Abbau der Rechte durch die die brasilianische Regierung“.

*ehemals eher Mitte-Links, heute konservative Partei (Anm.d.R.)

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