KOLUMBIEN: FARC bestätigt Tod ihres Anführers Manuel Marulanda – Nachfolger steht fest

(Fortaleza, 26. Mai 2008, adital).- In einer an den lateinamerikanischen Fernsehsender TeleSur gesandten Videobotschaft hat Timoleón Jiménez, Sprecher der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia), den Tod des Anführers und FARC-Gründers Manuel Marulanda bestätigt. Nach der in der Botschaft verlesenen öffentlichen Erklärung starb Marulanda, auch bekannt unter dem Spitznamen „Tirofijo“ (sicherer Schuss), an einem Herzinfarkt am 26. Mai in den Armen seiner Lebensgefährtin.

Ab sofort wird Alfonso Cano oberster Kommandant der FARC. Zudem werden Pablo Catatumbo und als Stellvertreter Bertulfo Alvarez und Pastor Alape in das Sekretariat berufen. In der Erklärung hiess es, dass „die Angebote zum Gefangenenaustausch sowie zur politischen Lösung des Konfliktes weiterhin bestehen bleiben“. Das Ziel der FARC sei „eine alle Interessen einbindende Kraftanstrengung für den Frieden“.

In diesem Sinne werde die FARC den Kampf um die politische Oberhand, um eine Gesellschaft der sozialen Gerechtigkeit und für den Sozialismus fortsetzen. Der Kampf der FARC sei auf der Seite all jener, die sich für die Souveränität Kolumbiens und echte Demokratie einsetzten.

„Wir haben tiefes Vertrauen in unsere revolutionären Leitsätze, unser Programm, unsere politischen Angebote und dass wir in der Sache des Volkes siegen werden. Wir vertrauen auf unsere Besonnenheit, um uns den Widrigkeiten zu stellen und auf unsere feste interne Einigkeit, die uns die Kraft gegeben hat, weiterzumachen“, so die Erklärung.

Der Sprecher unterstrich zudem die Führerschaft und militärische Kompetenz Marulandas. Ebenso hob der Präsident von Nicaragua, Daniel Ortega, die Kämpferqualitäten des FARC-Führers hervor.

„Ich möchte meine Anteilnahme und meine Solidarität den FARC und der Familie des Kommandanten Marulanda aussprechen, einem aussergewöhnlichen Kämpfer, der seit Jahrzehnten in einem ununterbrochenen Kampf steht, welcher seine Gründe und Wurzeln in den tiefen Ungleichheiten hat, die das kolumbianische Volk durchlebt“, so Ortega.

Die kolumbianische Abgeordnete und Mitglied der Partei Polo Democrático Alternativo (PDA), Gloria Inés Ramírez, forderte , dass es durch den Tod Marulandas nicht zu einer Verhärtung der Fronten im bewaffneten Konflikt kommen dürfe und dass sich stattdessen das Land einem Gefangenenaustausch annähern solle.

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