Deutsche Waffen für Mexiko

von Wolf-Dieter Vogel

Diese Pistole darf exportiert werden, wird aber nicht von Heckler & Koch hergestellt. Foto: Flickr/Gernot Poetsch (CC BY-NC-ND 2.0) (Berlin, 06. Mai 2013, taz).- Die Rüstungsfirma Heckler & Koch hat zugegeben, illegal Waffen nach Mexiko geliefert zu haben. Über einen Aushang am Schwarzen Brett im Betrieb informierte die Geschäftsführung des Rüstungsunternehmens darüber, dass man die Schuldigen für den illegalen Export von Gewehren nach Mexiko ausgemacht habe.

 

Es bestehe „der dringende Tatverdacht gegen zwei langjährige Mitarbeiter, Waffenlieferungen in nicht genehmigungsfähige mexikanische Bundesstaaten“ veranlasst zu haben. Die beiden würden entlassen und seien mit sofortiger Wirkung freigestellt.

Bereits seit drei Jahren läuft gegen Heckler & Koch ein Ermittlungsverfahren. Fotos, Zeugenaussagen sowie eine Liste des mexikanischen Verteidigungsministeriums bestätigten, dass G-36-Sturmgewehre der schwäbischen Waffenbauer in vier Regionen gelangt waren, die in der Exportgenehmigung explizit ausgeschlossen waren. Bislang stritt das Unternehmen jede Verantwortung ab.

„Dass Heckler & Koch nun die illegale Lieferung zugibt, ist ein Quantensprung“, sagte Rechtsanwalt Holger Rothbauer, der den Kläger vertritt, der taz. Es sei aber ein fauler Versuch, die Verantwortlichen in der Betriebsleitung zu entlasten, wenn nun zwei Mitarbeiter*innen, darunter einer einfachen Sachbearbeiterin, allein die Schuld gegeben werde.

Unglaubwürdige Aussagen

Der Tübinger Jurist hält es für unglaubwürdig, dass die beiden, wie es in der Mitteilung heißt, „ohne Wissen und Wollen anderer Personen im Unternehmen“ gehandelt hätten. „Das widerspricht allem, was wir bisher aus den Ermittlungen wissen und auch den Betriebsstrukturen.“ Rothbauer verfügt über einen Informanten, einen ehemaligen Mitarbeiter, der für die Firma Polizisten in Mexiko an den Waffen ausgebildet hat.

Die Geschäftsleitung hat laut dem Aushang, der auf den 24. April datiert ist, eine interne Untersuchung „in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart“ durchgeführt, um die vermeintlich Schuldigen herauszufinden. So aber will es die zuständige Staatsanwältin Claudia Krauth nicht sehen. „Die Zusammenarbeit beschränkte sich darauf, dass uns Heckler & Koch das Ergebnis ihrer Untersuchung schickte“, stellte sie gegenüber der taz klar.

Die Strafverfolger ermitteln weiterhin gegen mehr als zwei Personen. Die Schwarzwälder Waffenschmiede erklärte indes auf Anfrage, man werde das Ermittlungsverfahren nutzen, um das bestehende Management-System des Betriebes zu überprüfen.

CC BY-SA 4.0 Deutsche Waffen für Mexiko von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Webseite möchte Cookies für ein optimales Surferlebnis und zur anonymisierten statistischen Auswertung benutzen. Eine eingeschränkte Nutzung der Webseite ist auch ohne Cookies möglich. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen