ALBA-Gipfel: Abkommen mit indigenen und afrikanischstämmigen Gemeinden

von Natasha Pitts

(Fortaleza, 28. Juni 2010, adital).- Am 25. Juni ging im ecuadorianischen Otavalo das zehnte Gipfeltreffen der Bolivarianischen Allianz für die Völker unseres Amerika ALBA (Alianza Bolivariana de los Pueblos de Nuestra América) zuende. An dem Treffen nahmen führende Vertreter*innen der indigenen und afrikanischstämmigen Gemeinden teil. Ziel des Gipfels war es, den internationalen Dialog über Themen wie Interkulturalität, Plurinationalismus, gerechten Handel, Diskriminierung und Klimawandel in Gang zu bringen.

Am Ende des Treffens wurde gemeinsam eine Erklärung formuliert, die „Deklaration von Otavalo“, welche eine neue Epoche für die „historisch gesehen Ausgeschlossenen“ einläuten soll. Jener Bevölkerungsanteil umfasst die indigenen und afrikanischstämmigen Gemeinden, Frauen, Jugendliche, Kinder, alte und behinderte Menschen. Einer der Hauptpunkte der abschließenden Erklärung war die Anerkennung der einheitlich multinationalen Struktur eines Staates. Die multinationale Struktur sei Ausdruck der „Einheit in ihrer Vielfältigkeit.“ Nimmt diese eine demokratische Form des Zusammenlebens an, drückt sich das in der Interkulturalität aus. Unter Interkulturalität versteht man das harmonische Miteinander unterschiedlicher Kulturen.

Das ausgearbeitete Dokument betont die Bedeutung und Geltungsdauer eines interkulturell agierenden Mechanismus wie: die Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Gemeinden; die Erklärung und das Aktionsprogramm von Durban gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz; das Abkommen der Unesco zur Bewahrung des immateriellen kulturellen Erbes, sowie die Erklärung der Unesco über die Kulturelle Vielfalt.

Mit der offiziellen Verkündung eines der Hauptthemen des Treffens bestätigten die Teilnehmer*innen ihre Absicht, den Handelsvertrag der Völker TCP (Tratado de Comercio de los Pueblos) in die Realität umzusetzen. Zudem bekräftigten sie die Staatshoheit der beteiligten Länder und den Aufbau einen alternativen Wirtschaftsmodells, welches sich in einer neuen Finanzstruktur der ALBA-Staaten ausdrückt. 2009 wurde die Regionalwährung Sucre (Sistema Único de Compensación Regional) innerhalb des Bündnisses festgelegt. „Der Sucre wird die Diktatur des Dollars beenden“, hatte Hugo Chávez bei der Einführung des Sucre erklärt. Damit soll sich ein „System des gegenseitigen, solidarischen, anteilnehmenden und komplimentären (…) Austausches“ etablieren, wie es in der Erklärung heißt. Die übrigen Punkte der Erklärung betreffen weitere Vorschläge wie eine Vereinbarung zum Aufbau von Gesellschaften, die alle Menschen einbezieht; eine Vereinbarung zur Förderung einer universellen Erklärung der „Rechte der Mutter Erde“; die Verteidigung der Menschenrechte und historisch-kultureller Rechte, sowie die institutionelle Verstärkung des Zugangs zu Gesundheit, Bildung, Wohnraum und Arbeit für die zumeist Ausgeschlossenen in der Gesellschaft. Teilnehmende Länder am Gipfeltreffen waren Bolivien, Venezuela, Nicaragua, Ecuador, Kuba, Antigua und Barbados, Domenica, San Vincente und die Grenadinen.

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