Lateinamerika

Wirtschaftskrise führt zu Rückgang der Remesas


(Lima, 20. März 2009, noticias aliadas).- Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise beeinträchtigen auch die Höhe der Remesas, wie die Geldüberweisungen im Ausland lebender Lateinamerikaner*innen an ihre Familien genannt werden. Nach Zahlen der Interamerikanischen Entwicklungsbank BID stiegen die Überweisungen im Jahr 2008 demnach um 0,9 Prozent.

„Im letzten Jahr haben die lateinamerikanischen und karibischen Emigranten 69,2 Milliarden US-Dollar an ihre Heimatländer geschickt, das war fast ein Prozent mehr als im Jahr 2007“, teilte am 16. März der Multilaterale Investmentfonds der BID FOMIN mit. Vor zwei Jahren habe die Höhe der Remesas 68,6 Milliarden US-Dollar betragen.

Die Aussichten für dieses Jahr seien jedoch weitaus düsterer. Im Januar seien die Geldrückführungen in manchen Empfängerländern um bis zu 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. „Obwohl es zu früh ist um vorherzusehen wie stark sich die Remesas im Jahr 2009 reduzieren werden, ist dies eine schlechte Nachricht für Millionen von Menschen in unserer Region, die von den Überweisungen abhängen, um ihre Grundbedürfnisse decken zu können“, so der Präsident der BID, Luis Alberto Moreno.

Die Remesas begannen in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 zu sinken, als mit den USA, Spanien und Japan die Länder in die Rezession rutschten, aus denen ein Großteil der Überweisungen stammt. Trotz dieser Situation und der verschärften Migrationspolitik in den Ursprungsländern lägen dem FOMIN keine Beweise dafür vor, dass sich die Migrant*innen darauf vorbereiteten, in ihre Heimatländer zurückzukehren.

„Die Migranten haben bewiesen, dass sie sich schwierigen Umständen anpassen können“, meint Moreno. „Sie wechseln ihren Arbeitsplatz, arbeiten länger, kürzen ihre Ausgaben, ziehen in die Stadt und häufen Ersparnisse an, damit sie weiter Geld an ihre Familien schicken können. Die Rückkehr in die Heimat ist nur die letzte Option.“

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