Mexiko

Waldflächen von Bergbau bedroht


Von Movimiento Mesoamericano contra el Modelo Extractivo Minero (M4)

Foto: Desinformémonos

(Mexiko-Stadt, 6. April 2018, desinformémonos).- Die Waldgebiete in Mexiko stehen im Zentrum eines Territorialkonflikts angesichts der Expansion der Bergbauindustrie. In dem lateinamerikanischen Land gibt es derzeit 895 Bergbauprojekte und 58 Prozent der mexikanischen Waldflächen (d.h. 64,5 Millionen Hektar) im ganzen Land sind von den Erkundungs- und Abbaulizenzen betroffen.

Am stärksten sind die Waldgebiete des Bundesstaates Jalisco von den Eingriffen der Bergbauindustrie betroffen (41 Abbaulizenzen), gefolgt von Chihuahua (53), Durango (32), Sonora (56) und Sinaloa (78). Insgesamt müssen diese Bundesstaaten 8.4 Millionen Hektar ihres Territoriums nationalen sowie transnationalen Bergbau-Unternehmen überlassen.

Das unbegrenzte Wachstum der Bergbauindustrie ruft sozioökonomische Konflikte hervor, die von Gewässerverschmutzung und der Zerstörung von Ländereien bis hin zu Ermordungen und Zwangsumsiedlungen ganzer Gemeinden reichen. Trotz der nationalen und internationalen Rechtsgrundlagen, denen Mexiko zugestimmt hat, werden die Rechte der Gemeinden verletzt und es wird ihnen das Recht auf Selbstbestimmung oder es werden Befragungsprozesse simuliert, um die Legitimation und die Entwicklung der Bergbauprojekte zu ermöglichen.

Starker Anstieg der Lizenzen seit dem Jahr 2000

Seit dem Jahr 2000 steigt die Anzahl von Abbaulizenzen, die der mexikanische Staat bewilligt hat, exponentiell. Außerdem wurde das sogenannte Bergbaugesetz verabschiedet, welches dem Bergbau gegenüber anderen Formen der Ressourcennutzung den Vorzug gibt. Von 2000 bis 2017 haben die Minengesellschaften den Gegenwert von doppelt so viel Gold und halb so viel Silber abgebaut wie während der 300-jährigen spanischen Kolonialzeit Mexikos. Insgesamt erwirtschaftet die genannte Industrie durchschnittlich einen Jahresgewinn von mehr als 200.000 Millionen Dollar.

„Bergbau in Mexiko bedroht gemeinschaftliche Waldgebiete“ – diesen Titel trägt eine Studie, die darauf hinweist, dass mehr als 16 Millionen Hektar Wald in dem nordamerikanischen Land – und damit 44% aller Bergbau-Projekte auf nationaler Ebene – der Entwicklung des Bergbaus zugeteilt werden – sei es in der Phase der Erschließung, der Entwicklung oder des Abbaus.

Der Bericht hebt außerdem hervor, dass von den 11.843 anerkannten Waldstücken in Mexiko bei 4.997 (also bei etwas weniger als der Hälfte) ein Teil der Gebiete für den Abbau bestimmt wurde; es kommt sogar zu Überlappungen zwischen Abbaulizenzen und Naturschutzgebieten (2.521 Lizenzen auf vier Millionen Hektar); Grundstücken, die Gelder für den Umweltschutz erhalten (1.243 Abbaulizenzen auf 434.483 Hektar) und/oder forstwirtschaftlicher Holznutzung (3.742 Abbaulizenzen auf 12.6 Millionen Hektar).

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