Mexiko
Fokus: Kommunikation und Meinungsfreiheit / Comunicación y Libertad de Expresión

Verschwundener Journalist ermordet aufgefunden


Salvador Adame

Salvador Adame ist bereits der achte in Mexiko ermordete Journalist in diesem Jahr. Foto: Desinformémonos

(Mexiko-Stadt, 26. Juni 2017, desinformémonos).- Die Staatsanwaltschaft von Michoacan hat es am 26. Juni bestätigt: Der von der Staatspolizei gefundene verbrannte Körper gehört zu dem Journalisten Salvador Adame Pardo, der am 18. Mai in der Provinz Nueva Italia entführt worden ist. Damit ist Adame nun der achte ermordete Korrespondent in Mexiko in diesem Jahr.

Seine sterblichen Überreste wurden am 14. Juni in Barranca del Diablo in der Gemeinde Gabriel Zamora aufgefunden, und nach Morelia überführt, um dort Untersuchungen zur Identifikation durchzuführen.

Nach Angaben des Staatsanwalts von Michoacán, José Martín Godoy, existieren Aussagen eines Mannes namens „El Cabezas“, gegen den ein Haftbefehl wegen Entführung vorlag und der behauptete, dass Adame sein Cousin sei. Dessen Aussagen zufolge war ein gewisser Chano Pena „derjenige der anordnete, Salvador Adame seiner Freiheit zu berauben“. Chano Pena sei angeblich der Rädelsführer einer Zelle von Verbrechern, die in der Region Tierra Caliente arbeite.

„Das mögliche Tatmotiv waren laut dieser Aussage von El Cabezas persönliche Probleme zwischen  dem Opfer und dem erwähnten Chano, was in Verbindung mit Nachrichten auf dem Telefon von Salvador Adame stehen könnte, in denen er Beleidigungen bekam. Diese Nachrichten werden untersucht“ sagte der Staatsanwalt.

Adame hatte kritisch über Behörden berichtet

Salvador Adame widmete viele seiner Veröffentlichungen der Kritik an den drei Ebenen der Lokalregierung. „Mein Mann war sehr kritisch gegenüber den kommunalen Regierungen, seine Untersuchungen handelten immer von öffentlichen Angelegenheiten, aber wir hatten bisher nie Probleme, bis  jetzt mit dem Bürgermeister Salvador Ruiz“, erklärte die Ehefrau von Adame, Frida Urtiz.

Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen hatte sich Ende Mai zum Verschwinden von Adame geäußert: „Salvador war für seine kritische Haltung gegenüber den lokalen Behörden bekannt. Seit einigen Jahren schon hatte er aufgrund des Drucks und der Drohungen der Kartelle in der Region aufgehört, über die Gewalt und das organisierte Verbrechen zu berichten.“

Adame Pardo war der fünfte entführte Journalist im Bundesstaat Michoacan seit 2006 und der achte ermordete Journalist in Mexiko im Jahr 2017.

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