Spezialeinheiten wegen Unruhen nach Licey al Medio entsandt


(Havanna, 27. Mai 2009, prensa latina).- Einheiten der dominikanischen Spezialeinheiten SWAT wurden am vergangenen 27. Mai wegen (sozialer) Unruhen in den Ort Licey al Medio, in der nördlichen Provinz Santiago, beordert. Dort hatte es nach Straßenprotesten ungefähr 20 Verhaftungen gegeben.

Die Bezeichnung SWAT kommt aus den USA. Es handelt sich dabei um taktische Spezialeinheiten, deren Mitglieder für polizeiliche Sondereinsätze ausgebildet und ausgerüstet und als paramilitärische Einheiten den Strafverfolgungsbehörden (Polizei, Grenzpolizei, Strafvollzug) zugeordnet sind.

Am Tag zuvor war ein Generalstreik von Sozial- und Gemeindegruppen ausgerufen worden, um damit die Einhaltung von Wahlversprechen zu fordern. Insbesondere ging es um die Reparatur und den Neubau von Wegen und Landstraßen.

Die Forderungen betreffen auch den Bau und die Sanierung von Krankenhäusern, Brücken und die Sanierung von Wasser- und Stromleitungen.

Die Bewegung umfasst auch das Gebiet von Moca, der größten Stadt der Nachbarprovinz Espaillat, berichten Augenzeug*innen.

Ein Sprecher der den Streik unterstützenden Frente de Unidad, Lucha y Progreso (Front der Einheit, des Kampfes und des Fortschritts) sagte, sie seien zu Verhandlungsgesprächen mit den Behörden, der Kirche und Unternehmer*innen gerufen worden. Er wies jedoch daraufhin, dass es keine Einigung geben werde, ehe die Verhafteten wieder auf freiem Fuß seien. Die ebenfalls von ihm verbreitete Nachricht von vier weiteren Verhaftungen, einem Verletzten und Personen, die von den Spezialeinheiten geschlagen worden waren, wurde seitens unabhängiger Medien nicht bestätigt.

Das wirtschaftliche Leben, die Bildungseinrichtungen und der Verkehr in der Stadt sind durch die Ereignisse paralysiert.

Vergangenen März war es bereits aus ähnlichen Gründen zu Unruhen im Osten der dominikanischen Republik und in den nördlichen Küstenstädten gekommen. Dabei waren nach offiziellen Angaben fünf Menschen verletzt worden.

CC BY-SA 4.0 Spezialeinheiten wegen Unruhen nach Licey al Medio entsandt von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Großunternehmen und Militär der Hilfe für Paramilitärs beschuldigt Von Hans Weber.(Bogotá, 13. Juli 2016, amerika21).- Die Getränkefirma Postobón soll eine der ehemaligen paramilitärischen "Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens" (AUC) mitfinanziert haben. Es handelt sich dabei um die AUC-Struktur "Héctor Julio Peinado Becerra", die Ende der 1990er Jahre im Departamento Cesar aktiv war. Postobón ist im Besitz des viertreichsten Kolumbianers, Carlos Ardila Lülle. Die Truppe soll auch mit dem Bataillon Santander B2 der Strei...
Kolumbien feiert Waffenstillstand Von Eva Haule(Bogotá/Havanna, 26. Juni 2016, amerika21).- Das Abkommen zwischen Farc-Guerilla und der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos über einen bilateralen Waffenstillstand ist in Kolumbien mit großer Freude aufgenommen worden. Zugleich betonten Vertreter*innen sozialer Organisationen und politischer Bewegungen, dass es sich nur um einen ersten Schritt hin zu einem "umfassenden Frieden mit sozialer Gerechtigkeit" handle. Die Revolutionären Streitkräfte Kol...
Zeuge: Cáceres wurde von Soldaten ermordet (Caracas, 21. Juni 2016, telesur/poonal).- Der ehemalige Oberfeldwebel Rodrigo Cruz war Mitglied einer Sondereinheit der Armee in Honduras. Nach einem Bericht des britischen Guardian vom 21. Juni habe die Einheit von Cruz den Befehl erhalten, mehrere Führungspersonen sozialer Bewegungen in Honduras zu ermorden. Eine davon soll die Umweltaktivistin Berta Cáceres gewesen sein. Rodrigo Cruz erklärte, ihr Name sei auf einer schwarzen Liste gewesen; die honduranischen Militärs hät...
Der Pfad der Frauen Wie in kaum einem anderen Friedensprozess ist die weibliche Bevölkerung in den Dialog zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla eingebunden.Von Wolf-Dieter Vogel(Berlin, 20. Juni 2016, npl).- Es war eine außergewöhnliche Delegation, die am 18. Mai dem Friedensdialog zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerilla-Organisation FARC in Havanna beiwohnte: 16 Kämpferinnen aus ehemaligen bewaffneten Gruppen nahmen an dem Treffen teil. Darunt...
Massaker an Homosexuellen – und keinen interessiert es (Caracas, 14. Juni 2016, Telesur).- Ende Mai im mexikanischen Bundesstaat Veracruz: Bewaffnete dringen in eine Schwulenbar ein und eröffnen das Feuer auf die dort anwesenden 180 Menschen. Sieben Menschen werden getötet, weitere zwölf verletzt. Die Regierung behauptet, es habe sich um eine Abrechnung zwischen Drogenbanden gehandelt.Die lateinamerikanische LGBTI-Gemeinde ist regelmäßig Gewalt ausgesetzt, aber mit dem Islam hat das nichts zu tun. Auch die Reaktionen auf die ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *