Peru

Nationaler Aktionstag der Indígenas von gigantischem Polizeiaufgebot begleitet


(Buenos Aires, 23. Februar 2010, púlsar).- Der von Indígenas am 22. Februar ausgerufene landesweite Aktionstag wurde von einem enormen Polizeiaufgebot begleitet. Allein in Yurimaguas, der Hauptstadt der Provinz Loreto, waren etwa 120 Einsatzkräfte des Nationalen Sondereinsatzkommandos DINOES (Dirección De Operaciones Especiales) vor Ort.

Zusätzlich hatte die Regierung eine Eilverordnung erlassen, wonach „zugunsten der Sicherheit des Landes“ die Polizei durch das Militär unterstützt werden kann. Premierminister Javier Velásquez Quesquén äußerte zudem, die Regierung werde weder davor zurückschrecken, Ordnung herzustellen noch würde sie ein zweites „Bagua“ zulassen. Im Juni 2009 war es in Bagua zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Indígenas gekommen, bei denen über 30 Menschen ums Leben gekommen waren. Indígenas hatten zuvor monatelang gegen die zunehmende Ausbeutung von Rohstoffen im Amazonasgebiet protestiert (vgl. poonal 848).

Saúl Puertas, Leiter des Interethnischen Verbandes zur Entwicklung des peruanischen Amazonasgebietes AIDESEP (Asociación Interetnica de Desarrollo de la Selva Peruana), beschuldigte die Regierung von Alan García der „Provokation“. Zudem warf er ihr vor, mit dem übertriebenen Militäraufgebot „psychologischen Druck“ auf die indigene Bevölkerung auszuüben. Puertas unterstrich, dass die Regierung vorhabe, indigene Territorien zu militarisieren, um dadurch die Bevölkerung zu provozieren und zu unterdrücken und sie anschließend für die Folgen verantwortlich zu machen.

Trotz des Aufgebots der Sicherheitskräfte fanden die Demonstrationen in friedlichem Rahmen statt. Die Gemeinden drückten ihre Ablehnung gegenüber der „intoleranten, repressiven und anti-indigenen“ Haltung der gegenwärtigen Regierung aus. Mario Palacios, Präsident der Nationalen Vereinigung der von Bergminen betroffenen Gemeinden CONACAMI (Confederación Nacional de Comunidades Afectadas por la Minería), bezeichnete den Protest als „Neubeginn und Ausweitung des indigenen Kampfes“ in Peru.

Die Proteste waren in den Amazonasgebieten Jaén und Yurimauas am stärksten. Auch in den Hochebenen von Piura und in den Regionen Lambayeque und La Libertad kam es Aufmärschen. In der Hauptstadt Lima organisierten Aktivist*innen aus der Küstenregion, den Anden und dem Amazonasgebiet einen Demonstrationszug, dessen Höhepunkt die Manifestation vor dem Parlamentsgebäude war.

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