Guatemala Mexiko

Mexiko verstärkt Grenzkontrollen


Migrant*innen in einem Auffanglager in Südmexiko. Foto: Educa Oaxaca

(Mexiko-Stadt, 6. Juni 2019, prensa latina).- 400 Beamte der mexikanischen Bundespolizei wurden an die Südgrenze nach Guatemala verlegt, um dort gemeinsam mit der Nationalen Migrationsbehörde INM die Grenzkontrollen zu verstärken. Die Regierung gab den Befehl, nachdem eine weitere Karawane von Migrant*innen aus Zentralamerika die mexikanische Grenze überschritten hatte, während sich deren Anzahl in der Grenzstadt Tapachula, Chiapas, verringert hat. Dort wurden viele Menschen festgenommen und abgeschoben.

Laut lokalen Quellen hat der Anstieg der Grenztruppen auch mit den Verhandlungen zwischen Mexiko und den USA wegen des befürchteten Anstiegs der Zölle auf mexikanische Produkte zu tun; US-Präsident Trump hatte gedroht, Strafzölle zu erheben, wenn Mexiko nicht den Anstieg der Migrant*innen stoppe, die versuchen, über die Grenze nach Norden zu gelangen.

Großeinsatz gegen Migrant*innen-Karawane

Die zentralamerikanische Karawane hat Mexiko am Morgen des 5. Juni ohne entsprechende Papiere betreten und wurde von Einheiten der Armee, der Bundespolizei und den Migrationsbehörden in einem Großeinsatz gestoppt. Nach Angaben des Dachverbands zur Beobachtung der Menschenrechte im Südosten Mexikos, haben die Behörden hunderte von Migrant*innen in dem chiapanekischen Dorf Metapa de Domínguez, zwischen den Städten Ciudad Hidalgo und Tapachula aufgehalten.

Die im Dachverband versammelten Organisationen verlangten vom mexikanischen Staat, die Menschenrechte der Migrant*innen zu wahren und medizinische und humanitäre Hilfe zu gewährleisten, da die Teilnehmer*innen der Karawane unter anderem „dehydriert ist und schwere Erschöpfungszustände aufweist“. Sprecher*innen der Migrat*innen wiesen in einem Aufruf an das Internationale Rote Kreuz, die Vereinten Nationen und andere auf die Anfälligkeit von Minderjährigen und Frauen hin.

Nach örtlichen Angaben ist eine Gruppe von 500 Menschen zu Fuß über die Brücke gekommen, die die mexikanische Gemeinde Suchiate mit dem guatemaltekischen Department Tecún Umán verbindet. Eine weitere Gruppe von etwa 1.000 Personen sei durch den Fluss Suchiate gewatet.

CC BY-SA 4.0 Mexiko verstärkt Grenzkontrollen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Verschärftes Vorgehen gegen Migrant*innen an Mexikos Südgrenze
77
(Mexiko-Stadt, 3. Mai 2019, desinformémonos).- Als Antwort auf die humanitäre Krise an der mexikanischen Südgrenze habe die Regierung des mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador (AMLO) nur "Verfolgung und Kriminalisierung" der zentralamerikanischen Migrant*innen parat, krisitisierte ein Dachverband von 200 Organisationen und Einzelpersonen. Mit der Festnahme von Kindern habe die Regierung zudem "schwere Menschenrechtsvergehen" begangen. Nach Angaben der Organ...
Gestrandet in Tijuana
184
(Tijuana, 3. Dezember 2018, desinformémonos*).- Brian Eduardo Elvir Flores ist 24 Jahre alt. Er stammt aus Choluteca, Honduras, und gehört zu den ersten, die sich auf den Weg machten. Er war bereits dabei, als sich die Karawane mit zuerst 160 Teilnehmer*innen am 14. Oktober in San Pedro Sula zu formieren begann. Heute befindet er sich 5.000 Kilometer weiter nördlich in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana. Jetzt erst wird ihm bewusst, dass Hunger, Müdigkeit und Krankheiten, d...
Karawane der Migrant*innen: Massenfestnahmen und ein tödlicher Unfall
134
(Oaxaca-Stadt, 22. November 2018, educaoaxaca/telesur).- Am 21. November wurden im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas 500 Teilnehmer*innen der sechsten Karawane der Migrant*innen von 200 Bundespolizisten und Beamt*innen der Nationalen Einwanderungsbehörde Mexikos INM (Instituto Nacional de Migración) festgenommen. Die größtenteils aus El Salvador stammende Gruppe, der auch acht Minderjährige und einige Frauen angehörten, wurde von den Behörden in der chiapanekischen Gemeind...
Interview: Eine „Armee der Armen“ zieht in die USA
234
(Mexiko-Stadt, 16. November 2018, npl).- Tausende Migrant*innen aus Mittelamerika ziehen in großen Gruppen in Richtung USA. Sie nennen sich Karawane, Via Crucis oder Trek, Menschenrechtsorganisationen und die katholische Kirche sprechen von einem Exodus, Soziologen von einer sozialen Bewegung. Während US-Präsident Trump mit Militäreinsätzen droht, engagieren sich zivilgesellschaftliche Organisationen für die Menschenrechte von Migrant*innen und Flüchtenden und leisten humanit...
onda-info 460
121
Hallo und willkommen zum onda-info 460. Diese Sendung hat mal wieder einen Mexiko-Schwerpunkt. Kein Wunder, denn langsam nimmt die Politik der neuen Regierung Konturen an, die nicht jedem gefallen. So soll mit dem Tren Maya ein gigantisches Infrastrukturprojekt realisiert werden, dass nicht nur Naturschutzgebiete beeinträchtigt, sondern auch das Leben der indigenen Maya-Gemeinden. Mexiko ist nach Brasilien der zweitgrößte Treibhausgasproduzent in Lateinamerika. Obwohl d...