Mexiko

Luz y Fuerza: Entlassener Ingenieur mehr als 62 Tage im Hungerstreik


(Buenos Aires, 28. Juni 2010, púlsar).- Der Ingenieur Cayetano Cabrera Esteva befand sich am vergangenen 28. Juni bereits 62 Tage im Hungerstreik. Mit dem Hungerstreik soll die Rücknahme der Schließung der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft Luz y Fuerza del Centro erreicht werden. Präsident Calderón hatte per Präsidentenerlass quasi im Handstreich im Oktober vergangenen Jahres die Schließung der öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft verfügt, die sechs Millionen Mexikaner*innen im Landesinneren mit Strom beliefert hatte. Etwa 44.000 Angestellte hatten durch die plötzliche Schließung des Stromunternehmens ihre Arbeit verloren (vgl. u. a. poonal 867).

Am 25. April hatte die mexikanische ElektrikerInnengewerkschaft SME (Sindicato Mexicano de Electricistas) auf dem Zócalo, dem zentralen Platz der mexikanischen Hauptstadt, mit einem Hungerstreik begonnen, um die Wiedereinstellung der 44.000 Arbeiter*innen und die Rücknahme der Schließung des staatlichen Stromversorgers zu erreichen.

Der sich seit knapp drei Monaten im Hungerstreik befindende Ingenieur Cabrera Esteva übersandte eine Erklärung an etwa 500 Demonstrant*innen, die sich auf dem Platz der Verfassung in der mexikanischen Hauptstadt versammelt hatten. Cabrera Esteva gab in dem Schreiben bekannt, dass er mit dem Hungerstreik nicht aufhören werde, bis die Regierung den umstrittenen Präsidentenerlass zurücknimmt. Außerdem rief der Ingenieur den Obersten Gerichtshof in Mexiko dazu auf, ein Urteil zu fällen, dass die Schließung des Unternehmens für unrechtmäßig erklärt.

Der Gesundheitszustand von Cabrera Esteva sei nach seinen eigenen Aussagen kritisch. Der Ingenieur machte den mexikanischen Präsidenten für diesen Zustand verantwortlich. Am vergangenen Wochenende waren zwei weitere Gewerkschafter, die sich bereits seit zwei Monaten im Hungerstreik befanden, ins Krankenhaus eingeliefert worden. Cabrera Esteva nimmt momentan nur Wasser und Elektrolyte zu sich.

CC BY-SA 4.0 Luz y Fuerza: Entlassener Ingenieur mehr als 62 Tage im Hungerstreik von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Nestora Salgado: Aus dem Gefängnis direkt zum politischen Engagement Von Gerd GoertzDie Forderung nach Freilassung (hier am 6. 10. 2013 in Seattle) wurde schließlich erfüllt: Nestora Salgado ist frei. Foto: Flickr/dbarnes333 (CC BY-NC-SA 2.0)(Mexiko-Stadt, 25. März 2016, npl).- Es nötigte Bewunderung ab: 31 Monate lang verbrachte Nestora Salgado, Kommandantin der gemeindebasierten Polizei der Regionalkoordination der Gemeindeautoritäten (CRAC-PC) der Kleinstadt Olinalá im Bundesstaat Guerrero, unter falschen Anschuldigungen in Haft. N...
Auseinandersetzung zwischen Polizei und Studenten aus Ayotzinapa (Havanna, 22. September 2015, prensa latina).- Einheiten der mexikanischen Bundespolizei und des Bundesstaates Guerrero haben am Dienstag, 22. September, Dutzende Studenten aus Ayotzinapa und Angehörige der 43 vor fast einem Jahr verschwundenen Studenten an der Weiterreise gehindert. Diese waren auf dem Weg von Guerrero nach Mexiko-Stadt; dort planten sie einen Hungerstreik, ein Treffen mit dem Präsidenten Enrique Peña Nieto und eine Demonstration zum Hauptplatz Zócalo. Mi...
onda-info 328 Willkommen zum onda-info 328! Diesmal haben wir dank tatkräftiger Hilfe einen Haufen sehr unterschiedlicher Nachrichten für euch:Wir informieren euch, wie die Richterin, die in Guatemala Ríos Montt verurteilt hat nun vom Dienst suspendiert wurde. Dieses Vorgehen scheint sich öfters zu wiederholen in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern, wenn es um die Verurteilung der Verbrecher der Militärdiktaturen geht: wie zum Beispiel die Richterin Mota in Uruguay. Des weiteren hör...
onda-info 295 Diesmal: die Arbeit der Stiftung "Anne Frank Haus" in Guatemala / Polizeigewalt in Kolumbien / Hungerstreik von Flüchtlingen in Berlin / Legalisierung von Abtreibungen in Uruguay   Die Beiträge kommen dieses Mal aus Guatemala und Kolumbien. Der erste Beitrag erzählt von der Arbeit der Stiftung ,,Anne Frank Haus" in Indigena-Gemeinden in Guatemala. Jugendliche setzen sich mit der Lebensgeschichte Anne Franks auseinander und darüber mit der eigenen Geschichte und insbeso...
onda-info 262 Als weiteren Beweis, dass wir unserer Zeit voraus sind, haben wir schon mal das Sommerloch eingeläutet und das onda-info etwas verkürzt. Inhaltlich gibt es eine Nachricht zum Ende des Hungerstreiks der Mapuche, gefolgt von einem Gespräch mit einer Arbeitsrechtlerin aus El Salvador, die anlässlich der anstehenden Fußball-WM der Frauen über die aktuelle Situation in den Maquilas berichtet. Und in unserer schönen Sprachen-Serie geht es dies...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.