Mexiko

La 72: „Schmutzkampagne gegen Herbergen für Migrant*innen“


(Mexiko-Stadt, 19. Juni 2019, Desinformémonos).- Die Herberge „La 72“ für Migrant*innen in Tenosique klagt die „Taktik eines schmutzigen Kriegs“ gegen sie an. Die Finanzbehörden kündigten am 18. Juni an, dass sie Untersuchungen gegen „Herbergen für Migranten in Tabasco wegen Korruption und Geldwäsche im Zusammenhang mit Menschenhandel einleiten werden“. Diese Anschuldigungen seitens des Präsidenten Andrés Manuel López Obrador und Alejandro Encinas „haben das klare Ziel, die zivilen Schutz- und Aufnahmestrukturen für Migranten in Mexiko zu kriminalisieren und zu schwächen“, so die Herberge „La 72“. Die Mitglieder von „La 72“ erinnerten daran, dass sie wegen ihrer Begleitung von mehr als 100.000 Migrant*innen und ihren Anzeigen gegen staatliche Behörden, das organisierte Verbrechen und Netzwerke des Drogen- und Menschenhandels, zur Zielscheibe von „Bedrohungen und Belästigungen des organisierten Verbrechens und staatlicher Einrichtungen, wie dem Nationalen Institut für Migration“ geworden sind.

Die Mitglieder der Herberge drückten ihre Besorgnis über die Auswirkungen aus, die diese Schmutzkampagne mit sich bringen kann und bekräftigten ihr Engagement, Migrant*innen weiterhin „in ihrem unermüdlichen Kampf für ein würdiges Leben“ zu unterstützen und „die missachteten Rechte der Personen, die Schutz suchen“ zu verteidigen.

Die Ankündigung der Untersuchungen der bundesstaatlichen Finanzbehörde kann hier nachgelesen werden.

Der Verein Ärzte ohne Grenzen berichtet über die Situation der Migrant*innen an der Grenze zu Guatemala: Massenverhaftungen in Mexiko: Geflüchtete im Untergrund ohne medizinische Versorgung.

CC BY-SA 4.0 La 72: „Schmutzkampagne gegen Herbergen für Migrant*innen“ von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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