Lateinamerika

Klimaphänomen “La Niña” weitet sich aus


alt(Lima, 21. Januar 2011, noticias aliadas).- Die von „La Niña“ verursachten intensiven Regenfälle hinterließen in den letzten Wochen Hunderte Tote und großflächige Verwüstungen. Mehr als 600 Tote und Tausende von Geschädigten sind das Ergebnis der Regengüsse im Osten des Bundesstaates Rio de Janeiro während der ersten Januarhälfte. Daraufhin wurde in den Landkreisen Nueva Friburgo, Teresópolis, Petrópolis, Bom Jardim, São José do Vale do Rio Preto, Sumidouro und Areal der „öffentliche Notstand“ ausgerufen.

In weiten Teilen Kolumbiens hinterließen die extremen Niederschläge im vergangenen Dezember 300 Tote und zwei Millionen Geschädigte; desweiteren wurden Tausende Hektar Ackerboden überschwemmt. Die Kaffeeindustrie verzeichnete millionenfache Verluste, da sich im Zuge der übermäßigen Feuchtigkeit ein Pilz verbreitete, der über die Hälfte der Anpflanzungen vernichtete.

Panama sah sich im Dezember zum ersten Mal seit über 20 Jahren gezwungen, den Kanal zu schließen, da die intensiven Regenfälle angrenzende Seen zum Überlaufen brachten.

Die Ursache für diese Katastrophen liegt in der Intensivierung der von Ost nach West über den Pazifischen Ozean gerichteten Passatwinde. Diese sorgen für eine Beschleunigung und Erwärmung der kalten Meeresströmungen, die an der Westküste Südamerikas aufsteigen und dann nach Australien und Indonesien fließen. Generell tritt dies nach dem Phänomen „El Niño“ ein, welches sich durch das Aufkommen von warmen Wassern an der südamerikanischen Westküste auszeichnet, was in der Folge einen Anstieg der Niederschläge in einigen Regionen und Dürreaufkommen in anderen bewirkt.

Heftigstes Klimaphänomen seit den 70er Jahren

Laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat “La Niña“ derzeit die heftigste Ausprägung seit den 70er Jahren. Mitte 2010 wurde ihr Aufkommen registriert, sie kann noch bis zur Jahresmitte andauern. Die Nationale ozeanische und atmosphärische Beobachtungsstelle der USA (NOAA) bestätigte Mitte 2009 das Aufkommen von „El Niño“.

Guatemala war 2009 und 2010 eines der am meisten von diesem Phänomen betroffenen Länder. Eine langanhaltende Dürreperiode hatte eine schwere Nahrungsmittelkrise zur Folge, die für 240 Erwachsene und 53 Kinder den Hungertod bedeutete.

Verschiedene Studien machen den Klimawandel für die Intensivierung und Häufung von Klimaphänomenen wie “El Niño“ und „La Niña“ verantwortlich. „Die durch die kürzlich [in Brasilien] von Überschwemmungen verursachten Zerstörungen, die Tausende an Menschenleben forderten, sind eine brutaler Warnhinweis für das, was in den nächsten Jahren auf uns zukommen könnte“, so der für politische Kampagnen in der britischen Nichtregierungsorganisation Oxfam zuständige Leiter Phil Bloomer.

in einem Pressebericht am 14. Januar fügte er hinzu, dass “die Klimamodelle ein Klima mit immer extremeren Ausmaßen voraussagen“. Viele Wissenschaftler seien der Meinung, dass der Klimawandel die Monsunregen, und möglicherweise auch „La Niña“ verschlimmere. Bloomer forderte dazu auf, die Emissionen von den Gasen reduzieren, die den Treibhauseffekt verursachen, um den Kampf gegen den Klimawandel mit der erforderlichen Dringlichkeit aufnehmen zu können. Außerdem müssten Fonds eingerichtet werden mit dem Ziel, die Menschen besser vor den extremen Klimaauswirkungen zu schützen – heute und zukünftig.

(Foto: Nasa)

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