Lateinamerika

Industrielle Landwirtschaft ist „korporatives Ungeheuer“


Soja soweit das Auge reicht / marcosHB, flickr(Buenos Aires, 11. Juli 2011, púlsar-poonal).- „Das Agrobusiness hat sich in ein korporatives Ungeheuer verwandelt“, erklärte Carlos Vicente, Aktivist der sozialen und Umweltorganisation Biodiversidad, während der Veranstaltung „Rutas de Aprendizaje“ (Wege des Lernens) in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile.

 

Das Treffen hatte die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO Anfang Juli organisiert. Vicente unterstrich bei der Zusammenkunft, dass Spekulation der ausschlaggebende Faktor für den weltweiten Anstieg der Lebensmittelpreise sei.

Markt wird von Großunternehmen kontrolliert

Er wies darauf hin, dass die „FAO Analysen erstellt, an Hand derer die Armut auf dem Land, Abwanderung und die Explosion der Agrarindustrie erkennen kann, die nicht den Kleinproduzenten zu Gute kommt“. Oft bleibe jedoch unklar, „wer für diese Probleme verantwortlich ist“, so der Wissenschaftler und Aktivist.

Vicente verwies auf die Rolle von Saatgutfirmen und Unternehmen der Agrochemie, großen Biotechnologiekonzernen Getreidetransporteuren sowie die großen Supermarktketten. In jedem dieser Sektoren gebe es „eine Handvoll Unternehmen, die zwischen 70 und 90 Prozent des Marktes kontrollieren.“

Multis geben weiter den Ton an

Es gäbe zwar Regierungen in Lateinamerika, die begonnen hätten auf Forderungen der LandarbeiterInnenorganisationen einzugehen. Vicente beklagte jedoch, dass die Regierungen „nach wie vor Gefangene der multinationalen Unternehmen sind“.

Er erinnerte daran, dass noch immer „70 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion von Bauern und Bäuerinnen produziert werden“. Laut Vicente ist das Modell der industriellen Landwirtschaft eines der Hauptauslöser für die Klimakrise.

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