Guatemala Mexiko

Guatemaltekische Regierung informiert Mexiko über vermisste MigrantInnen


(Guatemala-Stadt, 22. Mai 2011, cerigua).- Nachdem im Norden Mexikos mehrere Massengräber entdeckt wurden, wird nun versucht, die Identität der Toten aufzuklären. Die guatemaltekische Regierung spricht von 34 verschwundenen Migrant*innen, die sie unter den Opfern vermutet.

In einer öffentlichen Erklärung teilte das Außenministerium mit, man habe der mexikanischen Regierung eine Liste mit den Namen der vermissten Personen überstellt und gefordert, „ihren derzeitigen Aufenthalt festzustellen bzw. bei der Identifizierung der Opfer zu prüfen, ob es sich bei den Toten um die auf der Liste genannten Personen handelt“. Die mexikanische Regierung sei aufgefordert worden, entsprechende Maßnahmen einzuleiten, um festzustellen, ob sich guatemaltekische Staatsbürger*innen unter den Toten befinden, so die öffentliche Erklärung. Die guatemaltekischen Behörden verlangten, dass bei den Untersuchungen DNA-Proben von den Angehörigen der vermissten guatemaltekischen Migrant*innen hinzugezogen werden sollten. Sie forderten die mexikanische Regierung auf, Fingerabdrücke der Toten zu überstellen, um diese in Guatemala mit vorhandenen Daten abzugleichen und so die Identität der Opfer festzustellen.

Erst ein Guatemalteke identifiziert

Wie das Außenministerium weiter informierte, konnte bisher nur in einem Fall die guatemaltekische Staatsbürgerschaft eines Toten bestätigt werden. Seine Leiche, die in einem Massengrab in San Fernando im Bundesstaat Tamaulipas gefunden wurde, werde nach Guatemala überführt, sobald die Untersuchungen abgeschlossen seien.

In der ebenfalls im nordöstlichen Bundesstaat Tamaulipas gelegenen Stadt Reynosa gelang es den mexikanischen Sicherheitskräften, 22 guatemaltekische Migrant*innen aus der Hand mutmaßlicher Drogenhändler zu befreien. Die Opfer erhielten Unterstützung durch das guatemaltekische Konsulat. Die mexikanischen Behörden gehen davon aus, dass das Mörder- und Drogenkartell Los Zetas hinter der Entführung steht.

CC BY-SA 4.0 Guatemaltekische Regierung informiert Mexiko über vermisste MigrantInnen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Mexikanische Bundespolizei setzt Tränengas gegen Migrant*innen ein
79
(Mexiko-Stadt, 19. Oktober 2018, desinformémonos/democracy now).- Die mexikanische Bundespolizei hat im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas mehr als 2.000 honduranische Migrant*innen mit Tränengas daran gehindert, weiter auf mexikanisches Gebiet vorzudringen. Zuvor hatten die Honduraner*innen eine Polizeikette an der Grenze nach Guatemala und einen Metallzaun auf mexikanischem Gebiet durchbrochen. Als der Metallzaun niedergerissen wurde, riefen hunderte Migrant*innen "und es...
1600 honduranischen Migrant*innen auf dem Weg in die USA
44
(Washington, 16. Oktober 2018, democracy now).- Eine Karawane aus 1.600 honduranischen Migrant*innen, die vor Gewalt und Armut flieht, zieht Richtung USA. Unter ihnen befinden sich Familien mit kleinen Kindern. Die Karawane übertrat am 15.10.2018 die Grenze zu Guatemala und wurde zunächst von der Polizei aufgehalten. Zwei Stunden später setzte sich der Zug Richtung Mexiko wieder in Bewegung. Die Migrantin Andrea Alemán erzählt: „Hier gibt es keine Arbeitsmöglichkeiten, und Si...
Karawane der „Mütter verschwundener Migrant*innen“ zieht wieder los
60
(Mexiko-Stadt, 6. Oktober 2018, desinformémonos).- Die „14. Karawane der Mütter Verschwundener Migrant*innen 2018“ läuft wieder einen Teil der mexikanischen Migrationsroute ab, um Hinweise auf das Verschwinden ihrer Kinder zu finden. Vom 23. Oktober bis 7. November wird es in zwölf mexikanischen Bundesstaaten Such- und Protestaktionen geben. Sie decken damit 4000 Kilometer der typischen Route der Migration ab. Sie hoffen darauf, mit ihren Aktionen die mexikanische Gesellschaf...
Migrationspolitik der USA: Kriminalisierung als Strategie
81
(Quito, 31. August 2018, colombia informa).- Die Migrationspolitik der USA hat sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts auf die Kriminalisierung der Migrant*innen im Namen der nationalen Sicherheit konzentriert. Unter der gegenwärtigen Regierung von Donald Trump stützen sich die Reformen der US-Migrationspolitik auf einen rassistischen, xenophoben und völkischen Diskurs. Dazu kommt der Plan, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko zu bauen, um den Zutritt von Immigrant*innen ohne...
Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Diskriminierung und Anstiftung zum Hass in Costa Rica
275
(San José, 25. August 2018, Derecho Internacional Público/poonal).- Die politische Krise, die am 18. April in Nicaragua losgetreten wurde, hat zu einem massiven Zustrom von Nicaraguaner*innen nach Costa Rica geführt. Durch die bislang vorherrschende Tradition der Offenheit wurden zunächst keine fremdenfeindlichen Aktionen registriert. Doch am 18. August hatte eine kleine Gruppe im zentral gelegenen Parque de la Merced in der Hauptstadt San José eine Demonstration gegen nicara...