Guatemala Mexiko

Guatemaltekische Migranten in Veracruz erstickt


Foto: Cerigua/Cruz Roja de Mexico

Foto: Cerigua/Cruz Roja de Mexico

(Guatemala-Stadt, 10. Oktober 2016, cerigua).- Nach offiziellen Angaben wird der dritte der vier in Veracruz, Mexiko verstorbenen Migranten in Kürze in seine Heimat Guatemala gebracht. Am 10. Oktober war das vierte Opfer in einem Krankenhaus im Bundesstaat Veracruz im Südosten Mexikos gestorben. Carlos Morales, Außenminister von Guatemala, informierte die Öffentlichkeit darüber, dass dem guatemaltekischen Konsulat in Veracruz Anweisungen erteilt worden seien und das Außenministerium alle Kosten für den Rücktransport der Leichen übernehme.

Hoffnung auf eine bessere Zukunft

Morales bedauerte es, diese Nachricht übermitteln zu müssen, aber dies sei das Risiko seiner Landsleute, die sich für ihre Familien und Kinder eine bessere Zukunft erhofften. Bei dem vierten toten Migranten handelte es sich um den 24-jährigen Junior José Gutierrez Navas aus dem Departamento Santa Rosa im Süden Guatemalas.

Der Leichnam von Jaime Daniel Gutiérrez Navas, dem 22 Jahre alten Bruder von Junior José, wurde schon nach Guatemala überführt. Die mexikanischen Behörden hatten ihn tot in einem verlassenen Lastwagen gefunden, in dem Anfang Oktober rund 60 Migrant*innen transportiert worden waren.

Rückführung der Leichen

Der Minister informierte, dass die dritte Leiche, die man im Laderaum des LKWs gefunden habe, in den nächsten Stunden der Familie übergeben werde, die im Norden Guatemalas im Departamento Huehuetenango lebe. Bei dem vierten Toten handele es sich um eine Person aus dem Departamento Chimaltenango im Hochland Guatemalas, die aber noch nicht überführt werden könne, da man die Familie noch nicht ausfindig gemacht habe.

Minister Morales erklärte, dass sich die Tragödie in Veracruz ereignet habe, als mehr als 60 Migrant*innen im Laderaum eines LKWs versuchten, die USA zu erreichen. Der Fahrer, ein verantwortungsloser Schlepper, habe das Fahrzeug verlassen, als er eine Polizeikontrolle sah und habe die Migrant*innen im Laderaum ihrem Schicksal überlassen.

Als mexikanische Beamten die Türen des Laderaums öffneten, fanden sie dicht gedrängt und unter menschenunwürdigen Bedingungen mehr als 60 Personen, von denen vier schon tot waren. Drei Männer stammten aus Guatemala und einer aus Ecuador.

CC BY-SA 4.0 Guatemaltekische Migranten in Veracruz erstickt von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Philadelphia atrevete! Latin@s in Zeiten von Trump von Nils BrockDer salvadorianische Street Art Künstler und Sozialarbeiter Carlos Rosa. Foto: Nils Brock(Santiago, 6. Februar 2017, npl).- Schulbeginn im Franklin Learning Center. Die Türen des historischen Schulgebäudes quietschen. Mehr als hundert Jahre hat der Specksteinbau im Zentrum Philadelphias auf dem Buckel. Doch hinter der neoklassischen Fassade versteckt sich keine Eliteschmiede, Nein, wer hier lernt, hat gute Chancen es auf ein solides, staatliches College...
Kurznachrichten – Migrationsgesetz verschärft Ein Tarahumara-Mädchen verkauft Schmuck an der Barranca del Cobre. Foto: Tabea Huth/ German Wikipedia (CC BY-SA 3.0)(Lima, 6. Februar 2017, noticias aliadas).- Am 30. Januar hat der argentinische Präsident Mauricio Macri das Migrationsgesetz per Dringlichkeitsdekret verschärft (mit dem „decreto de necesidad y urgencia“ kann ein Gesetz ohne die Zustimmung des Kongresses verabschiedet werden, Anm. d. Ü.). Er setzte strengere Kontrollen durch, die die Einreise von vorbestra...
Philadelphia atrevete! – Latin@s in Zeiten von Trump Der salvadorianische Street Art Künstler und Sozialarbeiter Carlos Rosa. Foto: Nils BrockVon Nils BrockPhiladelphia: In der fünftgrößten Stadt der USA haben 15 von 100 Einwohner*innen einen Latin@-Background. Lange Zeit war die Stadt, in der die weißen Gründerväter einst die US-Verfassung ausbrüteten, ein Synonym des industriellen Niedergangs. Nachrichten über hohe Arbeitslosenzahlen und Polizeiwillkür gegen schwarze Jugendliche bestimmten vor allem in den 1990er Jah...
Latino-Punk gegen alle Grenzen Endlich mal Punk bei onda!!! Die Latino-Punkband Los Crudos aus Chicago hat vor 25 Jahren angefangen, in Hochgeschwindigkeit gegen Rassismus und Ungerechtigkeit anzubrüllen. Los Crudos ist die bekannteste Band der Latino-Punkszene in den USA und feierte im Oktober ihr 25-jähriges Bandjubiläum. Sie wurde 1991 von Sänger Martín Sorrondegui und Gitarrist José Casas gegründet. Die Band war maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich eine Latino-Punk-Szene in den USA entwickelt hat...
„Die USA brauchen Mexiko nicht“: Trump Sieht schlecht aus. Foto: Desinformémonos(Mexiko-Stadt, 1. Februar 2017, desinformémonos).- Donald Trump und der mexikanische Präsident Peña Nieto hatten am 27. Januar ein als privat deklariertes Telefongespräch geführt. Nach dem Telefonat hatten beide Seiten eine gleich lautende Erklärung veröffentlicht, in dem von einem "klaren und versöhnlichen Gespräch" die Rede ist. Die Journalistin Dolia Estévez enthüllte am 1. Februar jedoch gegenüber mehreren Medien Einzelheiten ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.