Jamaika

Gericht fällt Urteil gegen staatliche Umweltbehörde


Port Royal. Foto: Flickr/Christian y Sergio Velasco(Lima, 02. Dezember 2011, noticias aliadas).- Einer jamaikanischen Umweltgruppe gelang nach einer Klage gegen die staatliche Umweltbehörde ein Sieg vor Gericht. Die Behörde hatte den Ausbau der Hauptverkehrsstraße genehmigt, die durch die Feuchtgebiete von Palisades-Port Royal führen sollte. Diese sind jedoch durch das Abkommen von Ramsar geschützt.

Der Oberste Gerichtshof hat Ende November seine Entscheidung zu Gunsten der Stiftung für die Umwelt Jamaikas JET (Jamaica Environment Trust) getroffen. Diese gemeinnützige Organisation hatte die Überprüfung der Genehmigung zum Bau der Straße beantragt, die von der Nationalen Behörde für Umwelt und Planung erlassen worden war. Die vierspurige Schnellstraße ist Teil eines Infrastruktur-Projekts, das Arbeiten zur Verbesserung der Verkehrswege entlang der Küste einschloss.

Für das Projekt wäre der Abbau von Jahrhunderte alten Sanddünen nötig geworden, was ein Risiko für die Umwelt und die strukturelle Integrität der Halbinsel Palisades dargestellt hätte. Palisades verbindet die Hauptstadt Kingston mit dem historischen Ort Port Royal und dem wichtigsten der zwei Flughäfen der Insel.

Keine vorherige Konsultation der Bevölkerung

„Wir sind mit dem Urteil im Ganzen zufrieden“, so Diana McCaulay, Chefin der mit dem Fall befassten JET-Gruppe. „Es war strikt und hatte die verschiedenen Aspekte im Auge. Wir wissen jetzt, dass wir daran arbeiten müssen, genau zu erfahren, was eine Küstenregion für das geltende Recht bedeutet“.

Hätte die Straße die Feuchtgebiete durchquert, wären laut der Gruppe 300 Tier- und Pflanzenarten bedroht gewesen. Die Feuchtgebiete von Palisades-Port Royal sind ein 13.000 Hektar großes Gebiet, das Sandinseln, Riffe und Mangroven beherbergt.

JET erklärte, die Regierungsbehörde hätte gegen das Gesetz verstoßen, da sie sich weder mit der lokalen Bevölkerung über die Auswirkungen des Projektes auf die Umwelt beraten hatte, noch die Bewohner*innen Jamaikas vor Beschluss des Projektes informiert hatte.

Die Nationale Behörde für Umwelt und Planung gab bekannt, sie werde gegen das Urteil Berufung einlegen.

CC BY-SA 4.0 Gericht fällt Urteil gegen staatliche Umweltbehörde von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

onda-info 432 Hallo und Willkommen zum onda-info 432! Wir starten mit einer kurzen Nachricht zu den Wahlen in Paraguay vom 23. April 2018. Dann geht es nach Kuba. Auch dort hat es "Wahlen" gegeben - die Nationalversammlung hat Miguel Díaz-Canel zum neuen Präsidenten Kubas ernannt. Damit ist zumindest formell kein Castro mehr an der Staatsspitze. Wir haben uns in Havanna mal umgehört, wie die Leute die Veränderungen der letzten Jahre bewerten und ob sie Erwartungen an die neue Staatsf...
El Salvador: Teodora Vásquez ist nach über zehn Jahren frei! Von Chris Klänie (San Salvador, 21. Februar 2018, amerika21).- Teodora del Carmen Vásquez ist nach mehr als zehn Jahren Gefängnis in El Salvador Ende vergangener Woche freigelassen worden. Sie war im Jahr 2007 zu 30 Jahren Haft verurteilt worden, nachdem sie eine Totgeburt erlitten hatte. Das Gericht hielt es damals für erwiesen, dass sie ihr Kind bei der Geburt getötet hat. Menschenrechtsorganisationen wie die Bürgervereinigung für die Entkriminalisierung der Abtreibu...
„Uns bringt das Erdöl gar nichts!“ Der Staat, private Unternehmen und internationale Konzerne - sie alle fördern seit Jahrzehnten Erdöl im peruanischen Amazonasgebiet. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen und zu Konflikten mit den dort lebenden Indigenen. Für viele der Ölaustritte ist eine Pipeline verantwortlich, die von den Ölfeldern im Amazonasgebiet bis zu den Häfen an der Küste führt. Die Pipeline "Oleoducto Norperuano" gehört der staatlichen Erdölgesellschaft Petroperú. Die Pipel...
onda-info 427 Pünktlich zum Weltradiotag beglücken wir Euch mit einem neuen Nachrichten und Beiträgen aus Lateinamerika. In Costa Rica hat es bei den Präsidentschaftswahlen ein evangelikaler Prediger mit homophoben Parolen in die Stichwahl geschafft. In Brasilien geht der Ausbau des schnellen Internets voran! Aber um auch hintersten Winkel des Regenwaldes zu vernetzen, braucht es viele Tausend Kilometer Glasfaserkabel, unzählige Funk-Antennen – und das nötige Kleingeld. Und natürlich gute ...
Uruguay: Zwischen Straflosigkeit und Aufklärung Uruguay ist heute eine der fortschrittlichsten Demokratien der Welt. Doch hat es das Land geschafft seine jüngere Geschichte aufzuarbeiten? Wenn die Vergangenheit unter Beteiligung der Zeitzeugen aufgeklärt werden soll, dann ist jetzt die letzte Chance, denn sowohl Täter, als auch Opfer werden nicht mehr lange leben... Wir hören einen Beitrag von Valentin der Negri. Er wagt einen Rückblick auf die Militärdiktatur der siebziger und achtziger Jahre und geht der Frage nach, wi...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.