Peru

Flussblockade: Indigene fordern Trinkwasserversorgung nach Ölkatastrophe


(Rio de Janeiro, 28. Juli 2010, púlsar).- Indigene Gemeinden der peruanischen Provinz Loreto blockieren in der Stadt Nauta die Flüsse Río Tigre und Río Corrientes. Mit der Aktion wollen sie ihrer Forderung nach Hilfeleistung durch das argentinische Erdöl- und Gasunternehmen Pluspetrol Nachdruck verleihen. Am 19. Juni war im Einzugsgebiet des Flusses Río Marañón ein für Pluspetrol fahrendes Schiff leck geschlagen, das 5.000 Barrel Rohöl geladen hatte. Etwa 300 Barrel Rohöl hatten sich daraufhin in die Flusssenke ergossen. Die Bewohner*innen der von dem Unglück betroffenen Gemeinden fordern seit dem Unglück eine alternative Versorgung mit Trinkwasser, da sie normalerweise das Flusswasser nutzen, das nun mit Öl verseucht ist.

Die Proteste werden vom Verband der indigenen Gemeinden des Bajo Tigre angeführt. Die Demonstrant*innen verhindern mit ihrer Blockade den Schiffsverkehr von und nach Iquitos und Trompeteros. Warnend hieß es von Seiten der Organisator*innen des Protestes, die Blockade werde erst aufgehoben, wenn Vertreter*innen von Pluspetrol den Dialog mit den Indigenen aufnähmen. Für den Morgen des 27. Juli war bei der Staatsanwaltschaft der Provinz Loreto eine Versammlung angesetzt. Als zu dem Treffen jedoch keine Mitarbeiter*innen von Pluspetrol erschienen, zogen sich die Vertreter*innen der indigenen Verbände wieder zurück.

CC BY-SA 4.0 Flussblockade: Indigene fordern Trinkwasserversorgung nach Ölkatastrophe von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Andrea Lammers zum Prozess wegen des Mordes an Berta Cáceres
75
Am 17. September soll der Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder der Umweltaktivistin Berta Cáceres beginnen. Andrea Lammers vom Oekubüro für Frieden und Gerechtigkeit in München wird zum Prozess nach Honduras reisen. Wir haben mit ihr gesprochen. Jahrelang hatte Berta Cáceres sich gegen den Bau des Wasserkraftwerks Augua Zarca am Gualcarque-Fluss eingesetzt. Sie war Mitbegründerin des Rates zivilgesellschaftlicher und indigener Organisationen COPINH. Für ihren Kampf um Sch...
onda-info 442
70
Hallo und willkommen zum onda-info 442! Nach einem Haufen Nachrichten aus Brasilien, Mexiko, Kolumbien und Deutschland haben wir zunächst einen Mini-Beitrag aus dem Norden Argentinien für euch: Das Sekretariat für Menschenrechte der Provinz Chaco sichert den im Norden Argentiniens lebenden indigenen Familien mehr staatliche Unterstützung zu. Dazu gibt's Musik der Toba von Samuel Acosta aus dem Chaco. Und anschließend haben wir ein Interview mit Andrea Lammers vom Oe...
onda-info 439
49
Hallo und Willkommen zum onda-info 439! Bei frischer Wassermelone und fast 40 Grad im vierten Stock produzieren wir für Euch unsere Sommerlochausgabe vom onda-info! Dabei führt uns der Weg zunächst nach Honduras. Zu Besuch in Berlin war die honduranische Schriftstellerin Melissa Cardoza. Wir interviewten sie zu ihrem 2012 erschienenen Buch 13 colores de resistencia, 13 Farben des honduranischen Widerstandes. Außerdem hört ihr eine Kurzgeschichte aus ihrem Buch, übersetzt ...
La lucha Mapuche
81
Primer programa Radio Matraca, nueva temporada 2018 La causa mapuche por la autodeterminación territorial y política, se ha convertido cada vez con mayor fuerza en un factor de politización para otros movimientos sociales y para la ciudadanía en general, tanto en Chile como en Argentina. Esta es sin duda una razón, aunque no la única ni la más persistente, que explica el nivel de represión y el ataque – judicial y policial – desatado por los Estado nacionales contra las comu...
„Uns bringt das Erdöl gar nichts!“
82
Von Darius Ossami (Berlin, 25. Dezember 2017, npl). Der Staat, private Unternehmen und internationale Konzerne - sie alle fördern seit Jahrzehnten Erdöl im peruanischen Amazonasgebiet. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen und zu Konflikten mit den dort lebenden Indigenen. Für viele der Ölaustritte ist eine Pipeline verantwortlich, die von den Ölfeldern im Amazonasgebiet bis zu den Häfen an der Küste führt. Die Pipeline "Oleoducto Norperuano" ge...