Mexiko

Feministische Aktivistin Frida Guerrera erhält Todesdrohungen


Frida Guerrera. Grafik: Educa Oaxaca

(Oaxaca-Stadt, 2. Juli 2019, educaoaxaca).- Die Mexikanerin Verónica Villalvazo, besser bekannt unter dem Namen Frida Guerrera, prangert regelmäßig Feminizide im gesamten Land an. Am 1. Juli teilte sie nun über ihren Twitter-Account @Fridaguerrera mit, dass sie mit dem Tod bedroht werde. Die Aktivistin ist seit Jahren durch ihre Publikationen in „El Blog de Frida“ (Fridas Blog) und „La Columna Rota“ (Die kaputte Kolumne) ein Sprachrohr für die Familien der Opfer. Außerdem veröffentlicht sie erschütternde Zahlen über die Zunahme geschlechterbezogener Gewalt gegen Frauen.

Guerrera erstattete Anzeige, nachdem sie eine Reihe von Todesdrohungen erhalten hatte, die sich auf Mario und Fabián, bekannt durch ihren YouTube-Kanal „MafianTv“, beriefen. Die Youtuber hatten sich über den Mord an Victoria Pamela Salas Martínez am 2. September 2017 in Mexiko-Stadt despektierlich geäußert. Guerrera hatte diesen Mord als Feminizid bezeichnet, woraufhin die Youtuber begannen, auch gegen Guerrera zu wettern.

In einem am 26. Juni 2019 veröffentlichten Text mit dem Titel „Cuando buscar justicia te hace criminal“ (Wenn die Suche nach Gerechtigkeit dich zur Kriminellen macht) schreibt Guerrera unter anderem: „Ich respektiere die Meinungsfreiheit aller Personen, aber niemals die derjenigen, die dazu beitragen, Zorn und Hass zu verbreiten, Opfer wiederholt zu Opfern zu machen oder die Arbeit anderer herabzuwürdigen.“

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