Kolumbien Kuba

ELN und kolumbianische Regierung in Havanna


Foto: cubasí

(Buenos Aires, 14. Mai 2018, ecupres/poonal).- Kuba scheint der ideale Ort zu sein, um den seit 2017 staffindenden Dialog zwischen der Rebellenarmee ELN (Ejército de Liberación Nacional) und der kolumbianischen Regierung wieder aufzunehmen. Nachdem Ecuador sich als neutraler Ort für die Friedensgespräche zurückgezogen hatte, entschieden sich beide Parteien für Havanna, um in die fünfte Gesprächsrunde zu gehen.

Havanna hat bereits Erfahrung sammeln können: Über vier Jahre fanden hier die Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der ehemaligen Guerilla FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) statt, die 2016 mit einem historischen Abkommen beendet wurden. Die einst schlagkräftige Guerilla FARC hat die Waffen abgegeben und sich in eine politische Partei verwandelt. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos sagte im vergangenen Jahr bei der UNO, dass er hoffe mit der ELN einen ähnlichen Vertrag abschließen zu können, wie mit der FARC „um den Konflikt endgültig beizulegen“.

Waffenstillstand und Friedensabkommen

So ist das Ziel der fünften Gesprächsrunde zwischen Regierung und ELN auch hier ein Friedensabkommen, das den bewaffneten Konflikt nach einem halben Jahrhundert beenden soll. Die ELN ist die letzte anerkannte Rebellengruppe in Kolumbien, mit etwa 1500 Kämpfer*innen. Im Mittelpunkt der Gespräche steht ein erneuter Waffenstillstand beider Parteien und die Möglichkeit der gesellschaftlichen Beteiligung bei den Verhandlungen.

„Ein entschiedener und nachweisbarer bilateraler Waffenstillstand ist die Bedingung, um bei dem anderen grundlegenden Diskussionspunkt voranzuschreiten: der Beteiligung der Bevölkerung im Friedensprozess“, versichert der kolumbianische Politiker und Botschafter bei der Europäischen Union Rodrigo Rivera.

Zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 wurde der Waffenstillstand 101 Tage von beiden Seiten eingehalten.

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