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„Die USA brauchen Mexiko nicht“: Trump


pena nieto und trump

Sieht schlecht aus. Foto: Desinformémonos

(Mexiko-Stadt, 1. Februar 2017, desinformémonos).- Donald Trump und der mexikanische Präsident Peña Nieto hatten am 27. Januar ein als privat deklariertes Telefongespräch geführt. Nach dem Telefonat hatten beide Seiten eine gleich lautende Erklärung veröffentlicht, in dem von einem „klaren und versöhnlichen Gespräch“ die Rede ist. Die Journalistin Dolia Estévez enthüllte am 1. Februar jedoch gegenüber mehreren Medien Einzelheiten aus vertraulichen Quellen beider Seiten. Diese unterscheiden sich komplett von der offiziellen Version, Trump soll den mexikanischen Präsidenten  bei ihrem Telefongespräch am 27. Januar gedemütigt haben und bei dem Gespräch sehr aggressiv gewesen sein.

Nach Angaben von Estévez drohte Trump, Mexiko zum Bau der Mauer zu zwingen, indem er mexikanische Exportzölle auf zehn Prozent und bei Produkten, wo es Mexiko „am meisten schmerzt“ sogar auf 35 Prozent anheben würde.

Außerdem, so erklärte die Journalistin gegenüber Aristegui Noticias, habe Trump eindringlich betont:  „Wenn die mexikanische Armee ihre Aufgabe beim Kampf gegen den Drogenhandel nicht gut erfüllt, müsse er vielleicht US-Truppen schicken, damit diese die Kartelle besiegen, denn er werde nicht erlauben, dass Drogen aus Mexiko weiterhin US-Städte und Gemeinden massakrierten.“

„Ich brauche weder die Mexikaner noch Mexiko. Wir werden die Mauer bauen und Sie werden dafür zahlen, ob Sie wollen oder nicht“

Estévez enthüllte zudem, dass Trump gegenüber Peña Nieto erklärt habe, dass er vergangenen August gar nicht nach Mexiko reisen wollte, als er in den Amtssitz des mexikanischen Präsidenten eingeladen worden war. Aber sein Schwiegersohn Jared Kushner, einer seiner einflussreichsten Berater, habe ihn überredet.

Laut den Quellen der Journalistin sei die Reaktion des mexikanischen Präsidenten auf den verbalen Ausfall von Trump überhaupt nicht standfest und würdig gewesen. Im Gegenteil, Peña Nieto habe gestammelt und versucht zu erklären, dass Mexiko eine andere Sicht auf die Beziehung zwischen beiden Staaten habe und dass sein Land bereit sei, weiterhin eine konstruktive Beziehung zu führen.

Bei dem Telefonat waren neben Peña Nieto auch Außenminister Luis Videgaray und der Staatssekretär für Nordamerika, Carlos Sada anwesend. Trump wurde von dem Chefstrategen Stephen Bannon und Schwiegersohn Kushner begleitet, der das Treffen mit Peña Nieto in dessen Amtssitz arrangiert hatte.

Nach offiziellen Angaben soll das Gespräch eine Stunde gedauert haben, aber in Wirklichkeit seien es höchstens 20 Minuten inklusive Übersetzung gewesen, so Estévez.

Geheimes Treffen in Tapachula

Unterdessen ist durchgesickert, dass es am 31. Januar ein heimliches Treffen gegeben haben soll. Dabei sei der mexikanische Außenminister Videgaray mit dem Lateinamerikabeauftragten im Nationalen Sicherheitsrat, Craig Deare, dem Chef des Südkommandos der US-Streitkräfte, Admiral Kurt Tidd,  sowie der US-Botschafterin in Mexiko, Roberta Jacobson zusammengetroffen. Dabei soll es um die Mitarbeit Mexikos beim Stopp der Migrant*innen gegangen sein, die von Zentralamerika aus versuchen, durch Mexiko in die USA zu gelangen. Allerdings wurde diese Information weder von der US-Botschaft noch vom mexikanischen Außenministerium bestätigt.


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