Operación Paloma
Am 8. März 1970 gelang 13 Gefangenen die Flucht aus dem Frauengefängnis Cabildo in Montevideo, Uruguay. Die vom MLN Tupamaros organisierte und minutiös vorbereitete Aktion trug den Namen Operación Paloma. Das Wachpersonal drehte seine Runden so regelmäßig, dass eine gewaltsame Erstürmung der Haftanstalt nicht nötig war und die Gefangenen während der Sonntagsmesse entkommen konnten. Da das Fluchtauto am Morgen des 8. März eine Panne hatte, wurde ein Krankenwagen organisiert. Die Aktion gelang ohne Blutvergießen. Die Befreiung von mehr als einem Dutzend politischen Häftlingen hatte erhebliche politische Konsequenzen. Der verhasste Kultusminister (das Haftsystem unterstand dem Kultusministerium), Dr. García Capurro, bekennender Faschist, enger Freund und Bewunderer von Stroessner, verlor seinen Posten als erster, zwei Wochen später reichten der Innenminister und der Polizeichef ihren Rücktritt ein.
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