Proteste gegen Schnellbus in Morelia

Foto: El semental ingles viawikimedia commons, CC BY-SA 3.0.

(Mexiko-Stadt, 24. August 2026, Desinformémonos).- Einwohner*innen der Stadt Morelia im Bundesstaat Michoacán in Mexiko protestieren gegen die Fällung von Bäumen für das Verkehrsprojekt Morebús, einem Schnellbus für Morelia. Für das von Gouverneur Alfredo Ramírez Bedolla angekündigte Projekt hatte die Stadtverwaltung die Fällung von 613 Bäumen angeordnet.

Die Einwohner*innen protestierten mit Plakaten, Menschenketten um die Bäume, Demonstrationen und Rufen und forderten die Regierung auf das Projekt zu stoppen, den Ökozid zu verhindern und die Grünflächen der Stadt zu schützen.

Auf den Plakaten standen Sätze wie: „Morelia will lebende Bäume und kein schlechtes Transportsystem“ und
„Wir wollen keine neuen Bäume pflanzen. Wir wollen die Bäume erhalten, die schon da sind.“ Die Proteste dauerten vom 19. bis zum 23. August an, nachdem Aktivist*innen berichtet hatten, dass in den frühen Morgenstunden mit dem Fällen von Bäumen begonnen worden sei.

Widerspruch gegen Projekt

Der Protest am 24. August führte von „Tres Puentes“ bis zum Bundesjustizministerium in der Straße Las Américas. Dort forderten die Teilnehmenden einen rechtlichen Widerspruch einzulegen, um die weitere Rodung von Bäumen zu verhindern und Transparenz bei den Umweltstudien des Projekts zu erreichen.

Bei den Protesten machten auch Kinder mit, die unter einem Baum spielten. Sie sangen ein bekanntes Kinderlied mit einem neuen Text: „Wir spielen unter dem Baum, solange er noch da ist. Wenn er gefällt wird, sterben wir alle.“

Frieden und Gerechtigkeit für Morelia

Der Morebus ist Teil der Projekte, die Präsidentin Claudia Sheinbaum in den „Plan für Frieden und Gerechtigkeit für Michoacán“ aufgenommen hat. Die Anwohner*innen wiesen darauf hin, dass die Abholzung der Bäume den Wärmeinseleffekt und die schlechte Luftqualität in der Stadt verstärken sowie das Ökosystem Tausender Vögel beeinträchtigen werde, die dort leben.

Angesichts der Rodung von mehr als 600 Bäumen, die am 18. August vom Ministerium für Umwelt und Nachhaltigkeit von Morelia bestätigt wurde, haben Anwohner*innen eine Petition auf der Plattform Change.org gestartet, um das Projekt zu stornieren und Investitionen in ein nachhaltiges Verkehrssystem zu fordern.

Umweltbedenken

„Die Behörden scheinen die Auswirkungen, die diese massive Rodung auf die Umwelt und die lokale Bevölkerung haben wird, heruntergespielt zu haben. Es gibt jedoch nachhaltige Lösungen, die Stadtentwicklung und Umweltschutz miteinander verbinden könnten“, heißt es in der Petition.

„Wir müssen eine gründliche Umweltverträglichkeitsprüfung und Alternativen fordern, die die Umwelt möglichst wenig schädigen. Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie eine so lebenswichtige natürliche Ressource zerstört wird“, betonten die Einwohner*innen von Morelia.

Übersetzung:  Christiane Kämpf de Salazar

CC BY-SA 4.0 Proteste gegen Schnellbus in Morelia von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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