Mögliche Bodenabsenkungen und Überflutungen: Geplanter Großflughafen eher für U-Boote?

In 20 Jahren eröffnet, in 30 Jahren Umnutzung? Auch eine Variante... / Foto: Van Swearingen, cc-by-nc-sa-2-0, flickr
Ein bisschen buddeln, vom Fliegen träumen und dann: Umnutzung? Bestimmt auch eine einträgliche Variante… / Foto: Van Swearingen, cc-by-nc-sa-2-0, flickr

(Mexiko-Stadt, 05. Dezember 2016, poonal).- Der geplante neue internationale Großflughafen auf dem Gelände des ehemaligen Sees von Texcoco bei Mexiko-Stadt könnte sich nach Untersuchungen innerhalb von zehn Jahren um drei Meter absenken. Dies äußerten zumindest Teilnehmer*innen eines Forums an der Fakultät für Architektur an der UNAM, Ende November. Der aus Tonsand bestehende Boden des riesigen Areals könne sich bei fortschreitender Entfeuchtung absenken. Andererseits könnten auch die Erdbebengefahr sowie Regengüsse die Bodenstruktur in diesem Gebiet in kurzer Zeit verändern. Sollte sich die projizierte Absenkung bewahrheiten, seien danach Überflutungen möglich. Bereits 2001 hatte das Umweltprogramm der UNAM einen Großflughafen in diesem Gebiet in einer Umweltverträglichkeitsprüfung als “nicht durchführbar” eingestuft.

Das Nationale Institut für Transparenz und Informationszugang (INAI) wies Anfang Dezember das mexikanische Umweltministerium Semarnat an, alle Umweltverträglichkeitsprüfungen, die im Zusammenhang mit dem Flughafenbau in seinem Besitz sind, öffentlich zu machen. Das Ministerium hatte sich zuvor diesem Schritt verweigert. Das INAI begründet seine Entscheidung damit, dass durch den Flughafenbau „168 Spezies von Flora und Fauna verschwinden könnten sowie 21 Agrarsiedlungen und 31 Flächen kollektiven Landbesitzes“, sogenannte bienes comunales oder ejidos, indigener Gemeinden, geschädigt werden könnten, „womit 248.808 Bewohner*innen betroffen wären“.

Derzeit laufen die im Herbst 2015 begonnenen vorbereitenden Bauarbeiten auf Hochtouren, insbesondere die Errichtung einer das gesamte Areal umfassenden Mauer. Trotz gerichtlicher Bauverbote und einstweiliger Verfügungen konstruieren Unternehmen auch im Dorf von San Miguel Tocuila, einem ejido, fleißig weiter. Bewaffnetes Sicherheitspersonal hält Proteste auf Distanz. Das Prestigeobjekt der aktuellen Regierung soll bereits im Herbst 2020 fertiggestellt sein.

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