Bewaffnete brasilianische Gruppe greift Indigene an

Ein Vertreter der paraguayischen Menschenrechtsbehörde beim Besuch in der indigenen Gemeinde Takuara’i. Foto: tierraviva.org.py

(Berlin, 18. November 2018, poonal).- Am Sonntag, 11. November, ist es im Bezirk Corpus Christi im paraguayischen Department Canindeyú zu einem bewaffneten Angriff auf Indigene der Ava Guaraní gekommen. Etwa 40 Bewaffnete seien im Morgengrauen in der Gemeinde Takuara’i aufgetaucht und hätten Kinder, Frauen und Alte gequält und eingeschüchtert; fünf Indigene, darunter ein zwölfjähriger Junge, blieben zwei Tage vemisst, kehrten dann aber zurück, schreibt das Portal Cuarto Poder. Als Täter machte die Gemeinde Bewaffnete im Sold des brasilianischen Sojaunternehmers Fabio Sequeira aus, der sie von dem Land vertreiben will, dass die Indigenen jedoch als ihr Land ansehen. Die Bewaffneten sollen die Indigenen auf Portugiesisch beschimpft und gedroht haben: „Wir werden euch umbringen, so wie wir den anderen Indigenen umgebracht haben.“ Damit beziehen sie sich offensichtlich auf den Indigenen Isidoro Barrios. Der Student ist vor zwei Monaten spurlos verschwunden und die Indigenen befürchten, dass er umgebracht worden ist.

Derlis López. Sprecher der Indigenen, kritisiert, dass Regierung und Staatsanwaltschaft kein Interesse an einer Aufklärung des Falls hätten und stattdessen die mutmaßlichen Mörder schützen würden: „Die Straflosigkeit und die Komplizenschaft sorgen dafür, dass sie uns weiterhin angreifen“, erklärte López, der sich im Wald versteckt hält. Corpus Christi liegt im Grenzgebiet zu Brasilien; Viele Ländereien gehören brasilianischen Großgrundbesitzern oder werden von diesen angeeignet, um dort Soja anzubauen. Der paraguayische Staat sei auf dem Land nicht präsent, so dass brasilianische Sojaunternehmer ihr eigenes Gesetz durchsetzen würden, heißt es.

Die bedrohten Indigenen sind inzwischen in die paraguayische Hauptstadt Asunción geflüchtet, wo sie versuchen, mit staatlichen Stellen zu verhandeln. Die Gemeinde Takuara’i gehöre rechtmäßig den Ava Guaraní, erklärte Claricia Sanabria. Man bemühe sich bereits seit 1987 um den Landtitel. Ángela Balbuena von der Paraguayischen Bischofskonferenz bestätigte, dass bereits seit den 80er Jahren verhandelt werde, etwa 1.000 Hektar Land den Indigenen zuzusprechen. Im Fall von Takuara’i hätten „die Brasilianer“ alle juristischen Instanzen verloren, weshalb sie jetzt versuchen würden, sich das Land mit Gewalt anzueignen.

Inzwischen hat auch die Paraguayische Indigenenbehörde INDI (Instituto Paraguayo del Indígena) von der Staatsanwaltschaft eine Aufklärung der Vorfälle gefordert. Dessen ungeachtet haben am 16. November mehrere indigene Gruppen die Absetzung der Präsidentin des INDI, Ana María Allen, gefordert. Sie kümmere sich nicht um die Belange der Indigenen und spreche nicht einmal Guaraní, was die Kommunikation erschwere, monierten sie.

CC BY-SA 4.0 Bewaffnete brasilianische Gruppe greift Indigene an von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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