(Mexiko-Stadt, 15. Juli 2025, la jornada).- In Mexiko sind 210 Wirkstoffe hochgiftiger Pestizide (Highly Hazardous Pesticides/HHP) in Hunderten von fertigen Pestizidprodukten zugelassen, von denen 171 in anderen Ländern wie den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union oder Japan verboten oder nicht zugelassen sind. Das geht aus einer Liste hervor, die von verschiedenen Fachorganisationen erstellt wurde.
Fernando Bejarano González, Autor der Liste und Mitglied des Aktionsnetzwerks für Pestizide und ihre Alternativen in Mexiko (RAPAM), erklärte am 15. Juli auf einer Pressekonferenz, dass 67 dieser Pestizide eine sehr hohe akute Toxizität aufweisen, von denen einige von der Weltgesundheitsorganisation eingestuft wurden und teilweise sogar durch Einatmen tödlich wirken können.
Er wies darauf hin, dass auf der Liste der hochgefährlichen Pestizide, die in Mexiko zugelassenen, aber in anderen Ländern verboten sind, 45 von der US-Umweltschutzbehörde als wahrscheinlich oder möglicherweise krebserregend eingestuft werden und 42 für die menschliche Fortpflanzung giftig sind, sowohl in Bezug auf die Fruchtbarkeit als auch auf den Fötus.
Bejarano fügte hinzu, dass 46 dieser Pestizide hormonelle Veränderungen hervorrufen — gemäß den in diesem Bereich vorläufigen Kriterien des weltweit harmonisierten Systems zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien, das von der EU und Japan angewendet wird — und Komplikationen in der neurologischen Entwicklung eines Fötus in den ersten Schwangerschaftswochen, Auswirkungen auf das Sexualverhalten oder den Stoffwechsel verursachen können.
Dutzende zugelassene Pestizide hochgiftig für Bienen
Bezüglich der Umwelttoxizität hob er hervor, dass 79 zugelassene Pestizide hochgiftig für Bienen sind, deren massenhaftes Sterben von betroffenen Gemeinden angeprangert wurde — ein Problem, das von den Behörden bisher nicht gelöst wurde. Zudem seien 17 Pestizide hochgiftig für Wasserorganismen und 14 extrem haltbar in Wasser, Boden oder Sedimenten.
Angesichts dieser Situation forderte Bejarano die mexikanische Bundeskommission für den Schutz vor gesundheitlichen Risiken (COFEPRIS) sowie die Landwirtschafts- und Umweltministerien auf, die Empfehlung 82/2018 der Nationalen Menschenrechtskommission umzusetzen, um jeweils nationale Programme mit Maßnahmen zum schrittweisen Verbot und zur Reduzierung dieser Pestizide zu entwickeln.
Er betonte, dass die Insektizide Fipronil sowie die Neonicotinoide Imidacloprid und Thiamethoxam umgehend verboten werden müssten, da sie in Mexiko das massenhafte Bienensterben verursachen und in der EU wegen ihrer schädlichen Auswirkungen auf diese Bestäuber bereits verboten sind. Außerdem solle das Herbizid Glyphosat verboten werden, da es als wahrscheinliches krebserregend gilt; er stellte klar, dass es in Mexiko weiterhin verwendet wird, da es importiert werden kann.
Aurora Rojas, Mitautorin der Liste, betonte ebenfalls, dass der Insektizidwirkstoff Chlorpyrifos-Ethyl vorrangig verboten werden müsse, da er ein neurotoxisches Mittel für Kinder und ein hormoneller Schadstoff sei, für den es keine Höchstmenge gebe, der man gefahrlos ausgesetzt werden kann. Yael Bernal, ebenfalls Mitautorin, ergänzte, dass Chlorpyrifos dringend aus der Liste der vom Nationalen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten empfohlenen Insektizide zur Bekämpfung von Mücken gestrichen werden müsse — aufgrund der ernsthaften Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung.
Übersetzung: Deborah Schmiedel
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