Mexikaner stirbt in ICE-Haft

Mexikaner ICE
Angehörige der umstrittenen US-Behörde ICE am 16. Januar im US-Bundesstaat Minnesota. Foto: Ken Fager/Flickr (CC BY-NC-SA 4.0)

(Washington/Mexiko-Stadt, 18. Januar 2026, amerika21).- Das mexikanische Außenministerium hat nach dem Todesfall eines Mexikaners in Gewahrsam des ICE, der Polizei- und Zollbehörde des US-Innenministeriums, die Aufklärung des Sachverhalts gefordert. Das mexikanische Konsulat in Atlanta, Georgia, bestätigte auf X den Tod der migrantischen Person am 14. Januar. Der Vorfall geschah in der Haftanstalt Robert A. Deyton, einer von dem privaten Unternehmen GEO Group betriebenen Einrichtung in Lovejoy.

Die Auslandsvertretung Mexikos fügte hinzu, sie habe „sofort Kontakt“ zu den Angehörigen des Opfers aufgenommen und ihnen Begleitung, Beratung und konsularische Unterstützung angeboten. Das Außenministerium kündigte außerdem an, dass die Leiche auf Wunsch der Angehörigen so schnell wie möglich nach Mexiko überführt werde.

Lokale US-Medien identifizierten den Verstorbenen als den 34-jährigen Heber Sánchez Domínguez. Nach Angaben seiner Ehefrau wurde Sánchez Anfang Januar festgenommen, nachdem er einen Autounfall verursacht hatte. Nach der Verhaftung wurde Sánchez ein Anruf bei den Angehörigen verweigert. „Ich fühle mich schlecht“, seien Sánchez letzte Worte gewesen, sagte ein Mithäftling gegenüber Univisión Atlanta. Laut Angaben von ICE wurde er mit einem Bettlaken in seiner Zelle erhängt aufgefunden. Der 34-jährige Sánchez war vor zwei Jahren in das Land gekommen, befand sich in einem Asylverfahren und hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

Bereits fünf Tote in ICE-Haft im Januar

In den ersten beiden Wochen dieses Jahres starben bereits fünf Häftlinge in ICE-Gewahrsam. Der 55-jährige Kubaner Geraldo Lunas Campos starb am 3. Januar in einem von der Trump-Regierung auf dem Gelände von Fort Bliss in Texas eingerichteten Haftzentrum. Die beiden Honduraner Luis Gustavo Núñez Cáceres (42) und Luis Beltrán Yáñez-Cruz (68) verstarben am 5. bzw. 6. Januar in Krankenhäusern in Texas und Kalifornien, beide an Herzproblemen. Der Kambodschaner Parady La (46) starb am 9. Januar nach schweren Entzugserscheinungen im Bundeshaftzentrum von Philadelphia. Mitinsassen berichten, Parady La habe stundenlang um Wasser und Hilfe gebeten, jedoch keine angemessene medizinische Versorgung erhalten.

Im Jahr 2025 starben laut Recherchen von The Guardian 32 Menschen in Gewahrsam der Einwanderungsbehörde. Damit fanden im ersten Amtsjahr von Trump weit mehr migrantische Personen den Tod als während der gesamten Amtszeit der Regierung Biden, als 26 Personen von 2021-2025 in Gewahrsam umkamen.

Die Nichtregierungsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) untersuchte 70 Todesfälle zwischen 2017 und 2024 in ICE-Gewahrsam und kam zum Schluss, dass 95 Prozent dieser Todesfälle durch eine „rechtzeitige medizinische Versorgung“ hätten verhindert werden können. Die Behörde ICE hielt Mitte Dezember insgesamt 68.440 Personen in Haft. Fast 75 Prozent von ihnen waren nicht strafrechtlich verurteilt worden. Im Dezember 2025 starben sechs Menschen in Abschiebehaft. Der Dezember war somit der tödlichste Monat für Häftlinge in ICE-Gewahrsam, zumindest bisher.

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