Marinesoldaten erschlagen obdachlosen Migranten

Obdachlosigkeit Behinderung Marine
Foto: Rolando Vejar via wikimedia
CC BY-SA 2.0

(Santiago de Chile, 20. Mai 2023, Prensa Latina).- Menschenrechtsaktivist*innen verurteilen den brutalen Angriff auf einen Migranten. Mitglieder der Marine hatten den behinderten Mann in der Hafenstadt Iquique im Norden Chiles so heftig attackiert, dass dieser später starb.

Die Verantwortlichen hart bestrafen

Am 19. Mai wurde Milton Domíngez von einer Gruppe Marinesoldaten mit Fäusten und Stöcken so heftig geschlagen, dass er kurz darauf in einem Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Der 61-jährige kolumbianische Staatsbürger lebte auf der Straße. Er konnte sich nur mit Krücken fortbewegen, da ihm ein Bein fehlte. Der Nationale Dienst für Menschen mit Behinderungen SENADIS (Servicio Nacional de la Discapacidad) verurteilte das Verbrechen, ebenso die kirchliche Organisation Hogar de Christo (etwa: Haus Christi), deren Unterstützung Domínguez in Anspruch genommen hatte. Die Organisationen erklärten, man vertraue darauf, dass die Justiz kurzfristig ihrer Aufgabe nachkomme und die Verantwortlichen hart bestrafe. „Taten wie diese dürfen in einem Staat, der die Menschenrechte achtet, nicht wieder vorkommen“, so SENADIS-Direktor Daniel Concha. Seine Organisation untersteht dem Ministerium für soziale Entwicklung und Familie und arbeitet daran, die Angehörigen des Opfers ausfindig zu machen, um ihnen mit psychologischer Unterstützung und juristischem Rat beizustehen.

Allgemeines Entsetzen über die Gewalttat

Vier Besatzungsmitglieder des Kriegsschiffs ‚Fragata Cochrane‘ wurden wegen des Verbrechens festgenommen. Sie waren in der Hafenstadt eingetroffen, um am 21. Mai 2023 am 144. Jahrestag des Seegefechtes von Iquique und Punta Gruesa teilzunehmen und den Tag der Marine zu feiern. Auch der Oberbefehlshaber der Marine, Admiral Juan Andrés de la Maza, äußerte sich zu dem Verbrechen: „Als Matrosen lehnen wir diese Art von Gewalt ab, die in keiner Weise dem Verhalten der mehr als 25.000 Männer und Frauen der chilenischen Marine entspricht“, so De la Maza. Die vier mutmaßlichen Täter wurden vom Dienst suspendiert. Angeblich sollen die vier schon öfter durch gewalttätiges Verhalten gegenüber anderen Marinemitgliedern auffällig geworden sein.

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