Neue Bildungspolitik zum Schutz vor Banden und für Sicherheit?

Ein leeres Klassenzimmer. Foto: dcJohn via flickr, CC BY 2.

(San Salvador, 26. August 2025, Prensa Latina).- Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, sowie weitere Behördenvertreter*innen betonten vergangene Woche, dass die jüngsten Maßnahmen im Bildungssektor darauf abzielen, eine Rückkehr der Schulen unter die Kontrolle von Banden zu verhindern.

Die Stellungnahmen erfolgten nach Angriffen oppositioneller Sektoren auf die vom Bildungsministerium eingeführten Regelungen „für Ordnung und Bürgersinn“. Regierungssprecher*innen wiesen jedoch darauf hin, dass dieselben Kritiker*innen zuvor geschwiegen hätten, als kriminelle Gruppen aktiv waren.

Bukele erklärte am Vortag, dass die vom Bildungsministerium (Mined) eingeführten Disziplinarmaßnahmen verhindern sollen, dass öffentliche Schulen und Institute erneut zu Schauplätzen von Unruhen oder zur Rekrutierungsbasis für Banden werden – wie es in der Vergangenheit geschehen sei. „Heute weinen viele Mütter um ihre Kinder, die im Gefängnis sitzen; andere um jene, die auf dem Friedhof liegen oder noch immer verschwunden sind“, schrieb der Präsident auf der Plattform X. Die Maßnahmen dienten dazu, diese Tragödien nicht zu wiederholen. „Man sagt, wer seine Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. El Salvador wird das nicht tun – ganz gleich, wie sehr man uns kritisiert“, betonte Bukele.

Oppositionsvertreter*innen werfen der Regierung vor, das Bildungswesen zu militarisieren – unter anderem durch die Ernennung der Militäroffizierin und promovierten Medizinerin Karla Trigueros zur Bildungsministerin sowie durch die Maßnahmen, die sie seit ihrem Amtsantritt ergriffen habe. Bukele entgegnete: „Wer die Maßnahmen in El Salvador nicht mag, braucht sich keine Sorgen zu machen – sie können zur alten Gleichgültigkeit zurückkehren, wie damals, als es niemanden interessierte, dass hier täglich 30 Salvadorianer*innen ermordet wurden.“

Am 1. September trat die neue Verordnung zur Förderung von Höflichkeit in den Schulen im öffentlichen Schulsystem in Kraft. Nach Angaben der Nationalpolizei (PNC), des Instituts für Rechtsmedizin und der Generalstaatsanwaltschaft wurden allein in den Jahren 2010 bis 2019 insgesamt 481 Schüler*innen von Banden getötet.

Im Zusammenhang mit der Sicherheitslage erreichte El Salvador im August bislang 22 Tage ohne von Banden verübte Tötungsdelikte – insgesamt 198 Tage im laufenden Jahr 2025. Das Land, das 2015 noch eine Mordrate von 106,3 pro 100.000 Einwohner*innen verzeichnete, senkte diese bis 2024 auf 1,9. Für dieses Jahr prognostizieren die Behörden der PNC einen Wert von unter eins. Es wird erwartet, dass das Land in den nächsten Tagen die Marke von tausend Tagen ohne Morde seit 2019 erreichen wird.

 

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