
(Montevideo, 13. Januar 2026, la diaria).- Mehr als 30 Präsidentschaftskandidat*innen haben sich für die Wahlen in Peru am 12. April registriert. Eine große Auswahl – dabei zeigen Umfragen, dass die extreme Rechte favorisiert wird.
Eine am 11. Januar veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Datum ergab, dass 51 Prozent der Peruaner*innen sich einen Präsidenten „vom Typ [Nayib] Bukele”, dem Präsidenten El Salvadors, als nächsten Regierungschef des Landes wünschen. An zweiter Stelle mit elf Prozent der Stimmen steht der Wunsch nach einem Gewinner mit einem Profil ähnlich dem US-Präsidenten Donald Trump, berichtete die Nachrichtenagentur Efe.
Fünf Prozent der Befragten bevorzugten jemanden vom Stil des Argentiniers Javier Milei, zwei Prozent würden einen Kandidaten ähnlich dem chilenischen Präsidenten Antonio Kast bevorzugen. Der ecuadorianische Präsident Daniel Noboa und der bolivianische Präsident Rodrigo Paz waren für ein Prozent der Befragten die bevorzugten Vorbilder.
Nur vier Prozent gaben an, dass sie es vorziehen würden, wenn jemand ähnlich wie die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum Peru regieren würde. Linke Politiker, die auf über ein Prozent der Präferenzen als Vorbild für Peru kommen, sind außerdem der Brasilianer Luiz Inácio Lula da Silva und der Kolumbianer Gustavo Petro.
Viele rechte Kandidat*innen stehen zur Wahl
Auch wenn sie keinen der oben genannten wählen können, haben die Peruaner*innen mehr als 30 Kandidat*innen für die Regierung des Landes zur Auswahl. Und wer sich eine Regierung der extremen Rechten wünscht, hat gleich mehrere Optionen.
Seit Monaten gilt Rafael López Aliaga als Favorit. In einer von der Zeitung El Comercio veröffentlichten Umfrage von Datum liegt er bei zwölf Prozent der Stimmen. Der rechtsextreme Unternehmer war Bürgermeister von Lima, bei seiner Wahl erhielt er 26 Prozent der Stimmen. Der Politiker ist in Peru eine bekannte Persönlichkeit. Bereits 2021 trat er als Präsidentschaftskandidat an und belegte nach Pedro Castillo und Keiko Fujimori, die in die Stichwahl kamen, den dritten Platz. Darüber hinaus machte López Aliaga immer wieder Schlagzeilen mit seinen Äußerungen gegen Frauenrechte, Sterbehilfe oder Impfungen gegen Covid-19, neben vielen anderen Themen, zu denen er extreme Positionen vertrat.
Wie die Nachrichtenplattform Infobae berichtete, sagte er einmal, dass eine Alternative zur Abtreibung für eine Frau, die vergewaltigt wurde, darin bestehe, sie „neun Monate lang in ein Fünf-Sterne-Hotel mit Verpflegung und Swimmingpool zu schicken”. Später entschuldigte er sich öffentlich für diese Aussage.
Rechtsaußen López Aliaga gilt als Favorit
Der Kandidat ist auch dafür bekannt, dass er seine politischen Gegner*innen und Journalist*innen, die ihn kritisch hinterfragen, mit Beleidigungen attackiert – wie es auch Milei tut. Bei seiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt verweigerte er die Aussage darüber, ob er ein für ihn negatives Wahlergebnis anerkennen würde. Ähnliche Zweifel wurden seinerzeit auch von Trump oder dem ehemaligen Präsidenten Brasiliens, Jair Bolsonaro, gestreut.
López Aliaga ist zwar der Favorit, doch musste er von der Nationalen Wahlkommission (JNE) erst noch zugelassen werden, ebenso wie einer seiner vielen Konkurrenten, Mario Vizcarra. Dieser ist der Bruder des ehemaligen Präsidenten Martín Vizcarra, der derzeit eine 14-jährige Haftstrafe wegen Korruption während seiner Zeit als Regionalgouverneur von Moquegua (2011-2014) verbüßt. Am 15. Januar hat die Wahlbehörde JNE entschieden, dass beide Kandidaturen zulässig sind.
Umstrittene Kandidaten zugelassen
Im Fall von Mario Vizcarra von der Partei Perú Primero hat die Wahljustiz in erster Instanz drei Einsprüche angenommen, die argumentieren, dass die geltenden Vorschriften aufgrund der Verurteilung seines Bruders eine Kandidatur ausschließen. Seine Partei hat gegen diese Entscheidung, die ihn aus dem Rennen geworfen hat, Berufung eingelegt.
Gegen die Kandidatur von López Aliaga von der Partei Renovación Popular wurden zwei Einsprüche eingereicht: Er habe gegen die internen demokratischen Regeln der Partei verstoßen, die den Auswahlprozess für den Kandidaten regeln. Ein erstes Wahlgericht in Lima befand, dass diese Einsprüche nicht ausreichend begründet seien, aber die beiden peruanischen Bürger, die sie eingereicht hatten, legten Berufung beim JNE ein.
Keiko Fujimori kandidiert zum vierten Mal
Derzeit sind 32 Präsidentschaftskandidat*innen beim JNE registriert, darunter auch die Partei Fuerza Popular unter der Führung von Keiko Fujimori, der Tochter des verstorbenen Diktators Alberto Fujimori. Dies ist die vierte Präsidentschaftskandidatur der Politikerin. Sie hat bereits dreimal kandidiert und alle drei Male in der Stichwahl verloren.
Für die Wahlen im April liegt sie in den Umfragen erneut auf dem zweiten Platz, mit 8,8 Prozent in der letzten Umfrage von Datum, die von der Zeitung El Comercio veröffentlicht wurde.
40 Prozent lehnen Kandidat*innen ab oder sind noch unentschlossen
In dieser Umfrage gaben 22,5 Prozent der wahlberechtigten Peruaner*innen an, dass sie keine*n der Kandidat*innen unterstützen werden. 18,4 Prozent antworteten, sie seien unentschlossen oder würden ungültig wählen. Insgesamt sind das laut der Studie mehr als 40 Prozent der Stimmen, die an keine*n der Kandidat*innen gehen werden.
Um in Peru im ersten Wahlgang zu gewinnen, muss ein*e Kandidat*in 40 Prozent der gültigen Stimmen oder die Hälfte plus eine Stimme der insgesamt abgegebenen Stimmen erhalten. Wenn niemand diese Mehrheit erreicht, findet am 7. Juni eine Stichwahl statt.
Übersetzung: Annette Brox
Mehr als 30 Präsidentschaftskandidat*innen und ein Rechtsextremer als Favorit von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
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