Nauta – Wandbilder über die Kautschuk-Epoche

Von Leonardo Tello*

Ein Wandbild in Nauta entsteht. Teil einer ganzen Serie, mit der die Kukama die bittere Geschichte der Kautschuk-Epoche erzählen / Foto: Leonardo Tello
Ein Wandbild in Nauta entsteht. Teil einer ganzen Serie, mit der die Kukama die bittere Geschichte der Kautschuk-Epoche erzählen / Foto: Leonardo Tello

(Lima, 06. September 2017, servindi-poonal).- An den Wänden Nautas hat es eine Intervention zur Kautschuk-Epoche gegeben. Sechs Wandbilder wurden in der Stadt bisher geschaffen, weitere werden folgen. Entstanden sind sie im Rahmen einer Woche zu Kunst, Erinnerung und Politik, an der du teilnehmen kannst. Initiator*innen sind Radio Ucamara, die Purahua-Schule für Kukama-Kunst und Mario, ein französischer Künstler.

Erinnern an eine brutale Zeit für tausende Indigene

Themen der Bilder sind: „La madre de las epidemias“ (etwa: „Die Ursprung aller Epidemien“), „El tigre negro“ (etwa: „Der schwarze Tiger“), „Desplazamientos y huidas“ (etwa: „Vertreibungen und Fluchten“), „Pintarse para escapar de la muerte“ (etwa: „sich schminken um dem Tod zu entgehen“), „Domesticar al patrón“ (etwa: „Den Herren zähmen“) und „Barco fantasma“ (etwa: „Das Geisterboot“).

Die Brutalität der Kautschuk-Epoche hat das Leben tausender indigener Familien in der Amazonasregion geprägt. Diese Geschichten erzählen die Bilder, das ist unsere Art und Weise von dem zu berichten, was geschah.

Arbeit an den Entwürfen für die Wandbilder in den Räumen von Radio Ucamara. Hier kannst du uns auch besuchen und mit allen Künstler*innen über diese Intervention sprechen. / Foto: Leonardo Tello
Arbeit an den Entwürfen für die Wandbilder in den Räumen von Radio Ucamara. Im Rahmen der Aktionswoche könnt ihr hier auch die Künstler*innen treffen. / Foto: Leonardo Tello

Bis kein Raum mehr bleibt…

Viele von uns können diese Erzählungen zudem heute noch von Personen hören, die diese Epoche selbst erlebten, die Zeitzeugen gewesen sind.

Doch darüber hinaus werden wir fortfahren, diese Geschichten auch in ganz anderer Form zu erzählen, vielen Menschen davon berichten, viele Völkern davon wissen lassen, solange, bis kein Raum mehr bleibt, in dem man noch nicht von den Berichten der indigenen Völker des Amazonas aus der Kautschuk-Epoche gehört hat.

Mit Hoffnung, mit Weisheit und mit Empörung erzählen

Doch vor allem werden wir diese Berichte und Geschichten mit Hoffnung, mit Weisheit und mit Empörung erzählen und uns dabei, von heute ausgehend, erinnernd in die Zukunft und in die Vergangenheit bewegen.

Dank der Kukama-Künstler*innen sind diese Wandbilder möglich, die von der Kautschuk-Epoche erzählen und davon, auf welche Weise uns diese Zeit heute noch beeinträchtigt.

Ein Wandbild entsteht / Foto: Leonardo Tello
Ein Wandbild entsteht / Foto: Leonardo Tello

Wir danken Casilda Pinche Sanchez, Leiterin von PURAHUA, der Schule für Kukama-Kunst; wir danken Sami, Luis, Nelvis, Julián und unserem Freund Mario (der in der Stadt Nauta bereits fünf Wandbilder gemalt hat und viele weitere in anderen Teilen Perus).

Wir laden dich ein, einen Rundgang der Erinnerung durch Nauta zu machen, mit den Wandbildern, mit ihren Menschen, ihrer Geschichte. Um zu verstehen, wertzuschätzen und auch zu bewundern.

*Leonardo Tello Imaina ist Leiter von Radio Ucamara – Nauta.

 

CC BY-SA 4.0 Nauta – Wandbilder über die Kautschuk-Epoche von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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