Kurz vor Schulbeginn: CNTE streikt weiter

Die Lehrkräfte des CNTE fordern eine Rücknahme der Bildungsreform. Foto: Telesur
Die Lehrkräfte des CNTE fordern eine Rücknahme der Bildungsreform. Foto: Telesur

(Caracas, 18. August 2016, telesur).- Obwohl am kommenden Montag, 22. August, in Mexiko das neue Schuljahr anfängt, wird der Dachverband der Bildungsarbeiter*innen in Mexiko CNTE (Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación) seinen Streik fortsetzen. Das hat die Delegiertenversamlung in der Nacht zum 18. August nach einer siebenstündigen Sitzung beschlossen. Sie wollen auch trotz des beginnenden Schuljahres weiter streiken, bis die umstrittene Bildungsreform außer Kraft gesetzt wird. Darüber hinaus haben sie für den 22. August Großdemonstrationen in mehreren Bundesstaaten angekündigt.

Zuvor waren Gespräche zwischen Vertreter*innen des CNTE und des mexikanischen Innenministeriums ergebnislos abgebochen worden. Das Treffen sei “völlig unproduktiv” gewesen, erklärte Francisco Bravo, Vorsitzender der Sektion 9 des Dachverbandes: “Man ist einfach nicht voran gekommen. Wir haben erneut Entwürfe vorgelegt, wir haben das Innenministerium erneut aufgefordert, Vorschläge zu den Gesetzen der Bildungsreform zu machen, aber es gab keine,” so der Lehrer.

Großdemonstrationen angekündigt

Die Lehrkräfte kündigten an, “massenhafte Demonstrationen im ganzen Land” zum Beginn des Schuljahres am 22. August durchführen zu wollen. So will man erreichen, dass der Runde Tisch mit der Bundesregierung wieder eingesetzt wird, der den abtrünnigen Lehrer*innen “klare und präzise Antworten” geben soll.

Die Kernforderungen sind: Die Aussetzung der Bildungsreform, sowie eine Änderung des Bildungswesens durch ein demokratisches Bildungsprojekt, das von allen Bildungsarbeiter*innen gestaltet werden soll. Außerdem sollen die Probleme gelöst werden, die sich durch die bisherige Anwendung der Reform ergeben haben.

Mehrere Bundesstaaten sind von der Arbeitsniederlegung betroffen, vor allem aber die Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas, Guerrero und Michoacán. Die Lehrer*innen werfen die Bundesregierung vor, sich den Lösungsvorschlägen des CNTE “völlig zu verschließen” und “unfähig” zu sein, konkrete Antworten zu geben. “Diese unverantwortliche Haltung hat mit dem Druck seitens der Unternehmer zu tun”, heißt es.

Hintergrund

Der CNTE hat sich mit den Plänen der Bildungsreform unzufrieden gezeigt, seit diese vor etwa drei Jahren veröffentlicht worden sind. Allerdings ist der Widerstand in den letzten zwei Monaten erheblich angestiegen; nach Meinung der Lehrer*innen ist ihr Verbleib im Bildungswesen in Gefahr, da sie einer Bewertung ihrer Arbeit unterworfen werden sollen.

Die Bildungsreform wurde im Rahmen des “Pakts für Mexiko” vorgestellt, im Dezember 2012 vom Kongress verabschiedet und im Februar 2013 von Präsident Peña Nieto erlassen. Teil der Reform ist eine obligatorische Bewertung der Lehrkräfte um zu bestimmen, ob diese für die Ausübung ihres Berufs geeignet sind oder nicht.

 

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