Forderung

Foto: Gisela Curioni via wikimedia
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(Buenos Aires, 28. Mai 2026, ANRed).- Am 28. Mai, dem Welttag der Frauengesundheit, hat die Nationale Kampagne für das Recht auf legale, sichere und kostenlose Abtreibung zu landesweiten Mobilisierungen aufgerufen, um die Umsetzung des Gesetzes 27.610 zu fordern und um gegen die Sparmaßnahmen der Regierung von Javier Milei im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu protestieren. Feministische Organisationen und Menschenrechtsverbände riefen an verschiedenen Orten des Landes zu Demonstrationen auf. Das Motto: „Abtreiben ist ein Recht, Abtreibung zu verweigern ist ein Verbrechen“. Die Nationale Kampagne für das Recht auf legale, sichere und kostenlose Abtreibung warnte, dass die Regierung von Javier Milei „die schwerwiegendste Aushöhlung des Gesundheitssystems seit der Wiederherstellung der Demokratie“ vorantreibe. In den Jahren 2024 und 2025 hatte die Regierung die Ausgabe von Medikamenten wie Misoprostol und Mifepriston zur Gewährleistung sicherer Schwangerschaftsabbrüche gestoppt und die Lieferung von Verhütungsmitteln unterbrochen, was einen Verstoß gegen geltendes nationales Recht darstellt. Dazu kam die Einstellung wichtiger Programme wie des ENIA-Plans, ein Aufklärungsprogramm zur Vorbeuge gegen ungewollte Schwangerschaften.
„Recht bedeutet: politischer Rückhalt, ausreichendes Budget und tatsächlicher Zugang zu den garantierten Möglichkeiten“
Bei der Kundgebung warnte die Nationale Kampagne für das Recht auf legale, sichere und kostenlose Abtreibung zudem vor zunehmenden Zugangsbarrieren zum freiwilligen und legalen Schwangerschaftsabbruch und kritisierte, dass seit Ende 2023 keine offiziellen Daten zur Umsetzung des Gesetzes 27.610 veröffentlicht wurden. Dem Redebeitrag zufolge stieg die Müttersterblichkeitsrate im Jahr 2024 um 37 Prozent, bei gleichzeitiger Wirtschaftskrise und Verschlechterung des öffentlichen Gesundheitssystems. Dass die Gesundheitsfinanzierung derzeit zu mehr als 75 Prozent von den Provinzen getragen werde, verschärfe die territorialen Ungleichheiten noch zusätzlich. „Recht bedeutet: politischer Rückhalt, ausreichendes Budget und tatsächlicher Zugang zu den garantierten Möglichkeiten“, erklärten die Organisationen. Dass das Gesundheitspersonal, das legale Abtreibungen durchführt, schikaniert und angegriffen werde, müsse sofort aufhören, und auch die Kriminalisierung geburtshilflicher Notfälle dürfe nicht länger geduldet werden. Außerdem wurde die sofortige Freilassung von Paola Ortiz efordert, die seit 14 Jahren in Córdoba im Gefängnis sitzt. Ortiz erlitt einen sogenannten geburtshilflichen Notfall, eine „Lawinengeburt“, bei der die Wehen und der Geburtsvorgang sich innerhalb kürzester Zeit vollziehen und mit hohen gesundheitlichen Risiken verbunden sind. Sie wurde wegen Mordes mit besonderer Schwere der Schuld zu lebenslanger Haft verurteilt, obwohl nicht nachgewiesen werden konnte, dass ihr Sohn lebend zur Welt gekommen war.
Die Kampagneninitiativen riefen dazu auf, die feministische Organisierung auf der Straße fortzusetzen: „Sexualaufklärung, um entscheiden zu können, Verhütungsmittel, um nicht abtreiben zu müssen, legale Abtreibung, um nicht zu sterben“.
Feministische Proteste gegen patriarchale Rotstiftpolitik von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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