Proteste in der Region Aysén – Regierung verlässt Verhandlungstisch

(Venezuela, 04. März 2012, telesur).- Die chilenische Regierung hat die Verhandlungen mit führenden Vertreter*innen sozialer Bewegungen aus der südchilenischen Region Aysén erneut scheitern lassen. Die Regierung weigere sich, den Dialog wieder aufzunehmen, solange die Straßenblockaden fortbestehen, berichtete der Korrespondent von teleSUR, Raúl Martínez.

Die Proteste, die am 13. Februar begonnen haben, richten sich gegen die hohen Gas-, Energie- und Benzinkosten und für eine bessere soziale Infrastruktur. Die Protestierenden fordern von der Regierung, die Benzin- und Energiepreise zu subventionieren und den Mindestlohn anzuheben.

Nach Angaben von Martínez habe die Regierung die Wiederaufnahme der Gespräche so lange ausgesetzt, bis die Blockaden seitens der Bewohner*innen und LKW-Fahrer*innen aufgehoben würden. Dies sei jedoch nicht geschehen, daher gäbe es keine Gespräche.

Regierung lehnt Ultimatum ab

Die Vertreter*innen der sozialen Bewegungen haben am 4. März ein Dokument veröffentlicht, in dem die Haltung der Regierung, nicht auf die Hilferufe der Bewohner*innen von Aysén einzugehen, kritisiert wird.

„Die Vertreter*innen stellten der Regierung am 5. März ein zwölfstündiges Ultimatum, mit dem sie eine klare Antwort und Vorschläge zur Lösung des seit Mitte Februar andauernden Konflikts forderten“, berichtete Martinez. Er fügte hinzu, dass die Regierung die Forderungen abgelehnt habe mit dem Hinweis, dass „sie kein Ultimatum von den Vertreter*innen der Bewegung akzepieren werde, da diese außerhalb des geltenden Rechts agierten.“

Die konkreten Forderungen der Protestierenden bestehen darin, die Anbindung der Region an den Rest des Landes zu verbessern, die teuren Benzinpreise zu subventionieren – ein Liter Benzin kostet bereits zwei Dollar – und den Mindestlohn auf die im gesamten Land übliche Höhe von 360 US-Dollar anzuheben. Weiterhin wird gefordert, die Gesundheitsversorgung zu verbessern und in der Region ein Zentrum für Höhere Studien einzurichten.

Im Zusammenhang mit den Protesten war die Region Anfang März fast vollständig von der Versorgung abgeschnitten. Tourist*innen und Besucher*innen konnten die Region wegen der Straßenblockaden nicht verlassen. Der gesamte Verkehr war blockiert; nur Rettungsfahrzeuge wurden durchgelassen.

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