Mexiko USA

Kurzes Wiedersehen für getrennte Familien


getrennte Familien

Die getrennten Familien durften sich nur kurz wiedersehen. Foto: Desinformémonos/Luis Pablo Hernández Espino

(Mexiko-Stadt, 26. Juni 2017, desinformémonos).- Angehörige von etwa 300 Familien, die durch die Abschiebungen aus den USA getrennt worden waren, konnten sich am 24. Juni für wenige Minuten wieder in die Arme schließen. Die Aktion „Umarmungen statt Mauern“ fand am Río Bravo in Höhe des Puente Negro statt und wurde von Aktivist*innen und Menschenrechtler*innen des Border Network for Human Rights organisiert.

Das Wiedersehen der Familien fand unter Beobachtung mexikanischer Grenztruppen statt, die mit Hilfe der mexikanischen Bundespolizei die Personalien aufgenommen hatten; nur so wurde den Migrant*innen der Durchgang gewährt.

Bereits seit dem Morgengrauen hatten sich die Familienangehörigen am Flussufer versammelt, ebenfalls argwöhnisch beäugt von Einheiten der US-amerikanischen Grenzpolizei, die die Personen filmte um sicherzustellen, dass niemand illegal ins Land kommen würde.

Umarmungen statt Mauern

Die in den USA lebenden Mexikaner*innen kamen hauptsächlich aus den Städten El Paso, Antony, Denver, Houston, Dallas und Las Cruces, während die in Mexiko lebenden Angehörigen meist aus Ciudad Juárez, Chihuahua, Cuauhtémoc, Mexiko-Stadt, dem Bundesstaat Mexiko und Veracruz anreisten.

Die Aktion #HugsNotWalls wurde bereits zum vierten Mal durchgeführt und fand in der Mitte der Grenze zwischen den Städten Ciudad Juárez und El Paso (Texas) statt. Mit der Fotoreihe des Journalisten Luis Pablo Hernández Espino wurde so ein Ort geschaffen, an dem über bestehende und noch geplante Mauern diskutiert und Widerstand geleistet werden kann – hin zu einer globalen Nation, in der kein Mensch illegal ist.

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