BRASILIEN: Proteste gegen Konrad-Adenauer-Stiftung


(Buenos Aires, 23. April 2008, púlsar).- Die Einladung des Verantwortlichen für das Massaker von Eldorado dos Carajás (siehe Poonal Nr. 789) als Gastredner einer Veranstaltung der CDU-nahen Konrad Adenauer Stiftung (KAS) in Berlin, hat eine Protestwelle unter Menschenrechrsaktivist*innen in Brasilien ausgelöst.

Die Landpastorale CPT schickte einen offenen Brief an die Stiftung und verlangte eine Erklärung, warum just Paulo Celso Pinheiro Sette-Câmara zu dem Seminar eingeladen werde. Sette-Câmara war der Sekretär für innere Sicherheit des nordbrasilianischen Bundesstaates Pará zur Zeit des Massakers vor 12 Jahren. Nach Ansicht der Aktivist*innen hat er persönlich den Befehl zur gewaltsamen Auflösung einer friedlichen Demonstration an die Militärpolizei gegeben. Die Folgen dieses Einsatzbefehls sind weltweit bekannt: 19 unbewaffnete landlose Bauern wurden getötet, viele weitere zum Teil schwer verletzt.

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