USA Venezuela

Blackwater sucht Söldner für Venezuela


US-Rechtsaußenminister Mike Pompeo betonte am 1. Mai gegenüber Fox News erneut, die USA seien zu Militäraktionen gegen Venezuela bereit. Screenshot: Democracy Now

(Berlin, 3. Mai 2019, poonal).- Eric Prince, Gründer der berüchtigten privaten US-Sicherheitsfirma Blackwater, hat einen Plan entwickelt, um bis zu 5.000 Söldner nach Venezuela zu schicken, die den dortigen Oppositionsführer Juan Guaidó unterstützen sollen. Das berichtete die Agentur Reuters am 30. April unter Berufung auch vier nicht namentlich genannte Quellen. Demnach wirbt Prince bei einflussreichen Trump-Unterstützer*innen und wohlhabenden Exil-Venezolaner*innen um finanzielle und politische Unterstützung für sein Projekt.

Gespräche darüber hätten in den vergangenen Monaten stattgefunden, das letzte erst Mitte April, so die anonymen Quellen. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Garrett Marquis, schwieg zu der Frage, ob die US-Regierung einen solchen Schritt erwägt. Der Sprecher Guaidós, Edward Rodriguez, erklärte, die venezolanische Opposition habe nicht mit Prince über derartige Operationen gesprochen. Auch ein Sprecher von Prince gab an, dieser habe keine Pläne für Operationen in Venezuela.

Söldner aus Kolumbien, Peru und Ecuador

Doch genau das behaupten zwei Personen die angaben, mit Prince‘s Plänen vertraut zu sein. Demnach sei sein Vorschlag, zunächst mit Aufklärungsmaßnahmen zu beginnen und dann 4.000 bis 5.000 Söldner aus Kolumbien. Peru und Ecuador in Venezuela einzusetzen, die dort Kämpfe und „Stabilisierungsaufgaben“ ausführen sollen. Prince sei der Ansicht, dass Venezuela ein „dynamisches Ereignis“ benötige, um den Stillstand zu durchbrechen, der das Land lähmt, seit sich Juan Guaidó am 23. Januar zum Präsidenten ausgerufen hat.

Die USA haben mehrfach betont, auch eine militärische Intervention in Venezuela zu erwägen, zuletzt am 1. Mai. Bisher hat sich die Trump-Regierung jedoch auf Sanktionen beschränkt. Auch die Nachbarländer Kolumbien und Brasilien, die ebenfalls einen Machtwechsel in Venezuela anstreben, haben eine militärische Intervention bislang gescheut.

Eric Prince soll der Neuen Rechten nahe stehen

Eric Prince 2015. Foto: Miller Center/Flickr (CC BY 2.0)

Blackwater wurde bekannt als militärisches Dienstleistungsunternehmen, dessen Söldner die US-Truppen im Irak unterstützten, ohne den internationalen Standards für Soldaten unterworfen zu sein. Von 1997 bis 2010 hat das Unternehmen Aufträge der US-Regierung im Wert von über zwei Milliarden Dollar erhalten. Blackwater wurde so zur weltweit mächtigsten Privatarmee. 2007 haben Blackwater-Söldner 17 unbewaffnete irakische Zivilist*innen in Bagdad erschossen.

Eric Prince hat Blackwater 2010 umbenannt (die Firma heißt jetzt Academi) und dann verkauft, besitzt nun aber eine Munitionsfirma namens Blackwater USA. Prince ist ein rechtskonservativer Katholik und soll der Neuen Rechten in den USA nahe stehen. Er hat Donald Trump im Wahlkampf mit 100.000 Dollar unterstützt und erfolglos versucht, die US-Regierung dazu zu bewegen, die US-Soldaten in Afghanistan durch Söldner zu ersetzen. Bildungsministerin Betsy DeVos ist seine Schwester.

CC BY-SA 4.0 Blackwater sucht Söldner für Venezuela von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Venezuela: „Der Begriff ‚humanitär‘ manipuliert“
229
(Mexiko-Stadt, 26. Februar 2019, Desinformémonos).- Der Vorsitzende des kolumbianischen Roten Kreuz, Christoph Harnisch, lehnt die Bezeichnung „humanitäre Hilfe“ im Falle der Hilfslieferungen von der venezolanischen Opposition -unter Führung von Juan Guaidó und mit Unterstützung der USA und Kolumbien- ab. Denn hinter diesen Lieferungen stehe ein politisches Interesse. „Es ist sehr wichtig die Ziele der humanitären Hilfe zu kennen und das darf ausschließlich humanitär begründe...
„Sozialismus des 21. Jahrhunderts“- Autor Heinz Dieterich über Venezuela
791
(Montevideo, 6. Februar 2019, Comcosur).- Wenn man in Caracas irgendjemanden auf der Straße fragt, ob er oder sie weiß, wer Heinz Dieterich ist, kann es sein, dass die Person keine Antwort darauf weiß. Wenn man aber sein Buch „Sozialismus des 21. Jahrhunderts" erwähnt, dann wird man sofort einen Namen zu hören bekommen: Hugo Chávez. Der verstorbene Präsident machte das von Dieterich entwickelte Konzept zu seinem eigenen und verhalf ihm zu weltweiter Aufmerksamkeit, als er es ...
Stromausfall in Venezuela – Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Guaidó
231
(Montevideo, 13. März 2019, la diaria).- Der venezolanische Generalstaatsanwalt Tarek Saab gab die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Oppositionsführer Juan Guaidó bekannt. Er stehe im Verdacht, für den tagelangen Stromausfall verantwortlich zu sein, der das Land seit dem 7. März 2019 beeinträchtigt hatte. Laut Regierung ist der Betrieb seit dem 12. März fast komplett wieder hergestellt. Grund für den Stromausfall sei ein Sabotageakt gewesen. „Derzeit sieht es ...
Neue restriktive Maßnahmen gegen Migrant*innen
57
(Mexiko-Stadt, 20. Juni 2019, cimacnoticias).- Mexiko geht mit neuen restriktiven Maßnahmen gegen Migrant*innen aus Mittelamerika vor. Das Innenministerium hat die Busunternehmen des Landes in einem Brief darauf hingewiesen, dass diese vor der Reise die Papiere ihrer Passagiere prüfen müssten. Dazu seien sie durch das Migrationsgesetz verpflichtet. Der Brief wurde zwar schon im April verschickt, der Druck auf die Firmen aber seit Anfang Juni erhöht. Am 7. Juni hat Mexiko in d...
US-Regierung beschränkt Reisen nach Kuba
61
(Washington, 5. Juni 2019, democracy now).- Die US-Regierung von Donald Trump hat die Beendigung des Programmes "People to People" für Reisen nach Kuba angekündigt. Dieses Programm, mit dem Gruppenreisen organisiert werden, war die am Häufigsten genutzte Methode für US-Bürger*innen, um trotz des Embargos nach Kuba reisen zu können. Darüber hinaus wurden Fahrten privater Kreuzfahrtschiffe nach Kuba verboten. Dieses Verbot sei eine Vergeltungsmaßnahme gegen Kuba, heißt es in...