poonal


CIDH-Mitarbeiter*in beim Ortsbesuch in Honduras, 2014 / Foto: Daniel Cima, CIDH, CC BY 2.0
Lateinamerika

Die Menschenrechtsarbeit der CIDH bleibt unterfinanziert

Von Erika Harzer. (Berlin, 01. Dezember 2016, npl).- Egal, ob sich die Bewohner*innen des amerikanischen Kontinents direkt für Menschenrechte einsetzen, sich für Frauenrechte oder Rechte unterschiedlicher Minderheiten, für Umweltschutz oder gegen den Ausverkauf ihrer natürlichen Ressourcen stark machen, die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) als schützende Anlaufstelle bei Repression und Menschenrechtsverletzungen ist für alle dort lebenden Menschen fundamental wichtig. Doch im Jahr 2016 war die Fortsetzung der Arbeit der CIDH aufgrund fehlender Mittel stark gefährdet. Erst Ende September konnte der CIDH-Präsident James Cavallaro Entwarnung geben. […]


Frau in einem Camp in Haiti (Foto: Archiv, 2011, digital democracy, CC BY-NC-SA 2.0, flickr
Haiti

Haiti, die offene Wunde Lateinamerikas

Von Gisela Brito. (Quito, 12. Oktober 2016, alai-amerika21).- Haiti stand unlängst wegen des verheerenden Hurrikans Matthew und der Verschiebung der Präsidentschaftswahlen auf unbestimmte Zeit im Licht der Öffentlichkeit. Diese Wahlen sollten eigentlich am 9. Oktober 2016 durchgeführt werden, nachdem sie seit Oktober 2015 zweimal wegen Anzeigen über Unregelmäßigkeiten und der Eskalation politischer Spannungen auf den Straßen annulliert worden waren. […]


Foto: Antonio Marín Segovia, CC-BY-NC-ND-2.0
Kuba

Ein kurzer Nachruf auf ein langes Leben   vor kurzem aktualisiert!

Von Addys Mercedes. (27. November 2016, poonal).- Fidel Castro ist tot und gestern wurde ich beim Konzert gefragt, was ich hierzu fühle und denke, ob ich Trauer oder Freude empfinde. Weder noch, ich kannte ihn nicht persönlich, bin nicht sonderlich empfänglich für romantische Sozialismusverklärungen in Deutschland und auch nicht für Jubel über den Tod eines Menschen.  […]


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Guatemala Honduras Mexiko Mittelamerika

XII. Karawane: Mütter aus Mittelamerika suchen ihre Kinder

(Guatemala-Stadt , 08. November 2016, cerigua-poonal).- Am 15. November kommt die Karawane mittelamerikanischer Mütter auf der Suche nach ihren verschwundenen Töchtern und Söhnen zum zwölften Mal nach Mexiko. Mütter aus Nicaragua, Guatemala, Honduras und El Salvador treffen sich im guatemaltekischen La Mesilla, an der Grenze zu Mexiko, im Departement Huehuetenango. Dort werden sie die Grenze nach Mexiko überqueren und, auf der Suche nach einer Spur von ihren Söhnen und Töchtern, einen Teil der Route von Migrant*innen entlang ziehen. Diese Karawane gibt es bereits seit 17 Jahren. […]


Die Präsidenten von China, Xi Jinping und Ecuador, Rafael Correa
Foto: Carlos Rodríguez/Andes
Ecuador

Ecuador und China beschließen strategische Kooperation   vor kurzem aktualisiert!

Von Kerstin Sack. (24. November 2016, amerika21).- Der Präsident von China, Xi Jinping, hat zum ersten Mal Ecuador besucht. Dabei unterzeichneten die Regierungen beider Länder elf Abkommen. Es handelt sich um Vereinbarungen in den Bereichen Finanzierung, Kommunikation, Kultur, produktive Strategien sowie eine Kooperation zur Bewältigung der Folgen des Erdbebens in Ecuador. China ist der drittgrößte Handelspartner für Ecuador. […]


Logo der Gewerkschaft MISCG
Guatemala

Führendes Gewerkschaftsmitglied der SEMOT Eliseo Villatoro Cardona ermordet   vor kurzem aktualisiert!

(Guatemala-Stadt, 11. November 2016, cerigua).- Am vergangenen 9. November wurde Eliseo Villatoro Cardona, Leiter der Abteilung Organisation und Öffentlichkeitsarbeit sowie Mitglied des Lenkungskommittees der Angestelltengewerkschaft SEMOT, in Tiquisate (Departement Escuintla), ermordet. […]


Proteste vom 3. November / Foto: Giorgio Trucchi, Rel-UITA
Honduras

„Die Bauernbewegung ist von Paramilitärs unterwandert“   vor kurzem aktualisiert!

Dahinter stehen die Regierung, die Landbesitzer*innen und die undurchsichtige Seite des Militärs. Und ihr Ziel ist es, sich das Land wieder anzueignen und den Vorschlag einer umfassenden Agrarreform zu kippen.

Erinnern wir uns an die Worte des verstorbenen Großunternehmers Miguel Facussé, der 2014 erklärt hatte, in spätestens zwei Jahren gehörten alle Ländereien, die er an MUCA verkauft habe, wieder der [von ihm gegründeten] Corporación Dinant. […]


Rodolfo Stavenhagen 2014 bei einer Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung in New York / Foto: RLS, CC-BY-NC-SA-2.0
Chile Mexiko

Nachruf: Das Vermächtnis von Rodolfo Stavenhagen   vor kurzem aktualisiert!

Von José Aylwin*, observatorio. (Lima, 15. November 2016, servindi).- Im Alter von 84 Jahren ist am vergangenen 5. November der mexikanische Soziologe, Anthropologe und leidenschaftliche Kämpfer für die Menschenrechte, Rodolfo Stavenhagen, in Cuernavaca, der Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Morelos gestorben. […]


"Für heute Soja - für morgen Hunger" / Foto: Véronique Debord-Lazaro, CC-BY-SA-2-0, flickr
Argentinien Mexiko

Argentinische Wissenschaftler*innen berichten zu Gesundheits- und Umweltfolgen von Gensoja

Von Gerold Schmidt. (Mexiko-Stadt, 21. November 2016, poonal).- Die argentinische Wissenschaftlerin Alicia Massarini von der Universität von Buenos Aires zeichnete in Mexiko ein verheerendes Bild von 20 Jahren Gensoja in ihrem Land. Auf dem Forum „Wissenschaft, Technologie und Macht“, veranstaltet von der Organisation ETC und der Vereinigung Gesellschaftlich Engagierter Wissenschaftler*innen UCCS (Unión de Científicos Comprometidos con la Sociedad), beschrieb sie die Folgen für Umwelt, Ernährungsproduktion und Beschäftigung. Der Anbau von Gensoja, der auf einer Fläche von 1 Million Hektar begann, beanspruche inzwischen 22 Millionen Hektar. […]


Yucatans Imker*innen dürften sich über den Vorstoß freuen. Honig ist eine wichtige Einnahmequelle der Kleinbauernfamilien im Bundesstaat / Foto: ecoportal.net
Mexiko

Yucatans PRI-Gouverneur erklärt den Bundesstaat per Dekret für GVO-frei

Von Gerold Schmidt, Ceccam. (Mexiko-Stadt, 21. November 2016, poonal).- Mit einem überraschenden Dekret hat Yucatans Gouverneur Rolando Zapata Bello den Bundesstaat für frei von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) erklärt. Faktisch richtet sich das Dekret 418/2016 vor allem gegen den Anbau von Gensoja. Die vom Monsanto-Konzern beantragte kommerzielle Aussaat von Gensoja ist derzeit aufgrund einer einstweiligen Verfügung und der höchstrichterlich angeordneten Befragung der Mayabevölkerung zum Thema, in den Bundesstaaten Yucatán und Campeche gestoppt. Das Vorgehen der Regierung Yucatans kommt in diesem Zusammenhang aber unerwartet. Gouverneur Zapata Bello gehört der auch auf Bundesebene regierenden Institutionellen Revolutionären Partei (PRI) von Präsident Enrique Peña Nieto an. Diese ist bisher in keinster Weise als entschiedene GVO-Gegnerin aufgetreten. Insbesondere das Landwirtschaftsministerium gilt als absolut gentechnikfreundlich und Monsanto nahestehend. […]


Eine Delegation der CIDH besucht die Hinterbliebenen der Verschwundenen von Ayotzinapa. Foto: Flickr/Daniel Cima (CC BY 2.0)
Mexiko

Ayotzinapa: CIDH widerspricht weiterhin der „historischen Wahrheit“ der mexikanischen Regierung

James Cavallaro, Präsident der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) forderte am 10. November vor der mexikanischen Presse die Regierung auf, ihre Narration über die gewaltsam verschwundenen Studenten der Lehreruniversität von Ayotzinapa im Bundesstaat Guerrero zu ändern. Mehrfach betonte er, die vom ehemaligen mexikanischen Generalbundesstaatsanwalt Jeśus Karam als „historische Wahrheit“ vorgetragene angebliche Verbrennung der Studenten auf der Müllhalde von Cocula sei physisch unmöglich. Die Kommission werde die andauernden Untersuchungen auf der Grundlage der „soliden Arbeit“ und der Empfehlungen der Unabhängigen Interdisziplinären Expert*innengruppe (GIEI) der CIDH begleiten.  […]


Daniel Ortega, der ewige Präsident Nicaraguas. Foto: ihu on-line/Radio La Primerísima
Nicaragua

Präsident Ortega will seiner Familie die Macht dauerhaft sichern

Nicaraguas Opposition spricht angesichts der Wiederwahl von Präsident Daniel Ortega mit rund 72 Prozent von einer Wahl-Farce. Am 6. November wurde Ortega zum vierten Mal gewählt und schon zum dritten Mal in Folge im Amt bestätigt. Ehefrau Rosario Murillo wird Vize-Präsidentin und somit erste Anwärterin auf die Nachfolge von Daniel Ortega. Der Weg für die Machtkonzentration in den Händen der Familie ist geöffnet. […]


Das bleibt meist von Verschwundenen in Sinaloa. Dieses Bild stammt allerdings aus Chile, von der Haftanstalt Pisagua während der Diktatur. Foto: Wikimedia commons/Claudio Rodriguez (CC BY-SA 3.0)
Mexiko

Behörden im Bundesstaat Sinaloa: „Abwesenheiten“ statt erzwungenes Verschwindenlassen

Wie inzwischen in vielen mexikanischen Bundesstaaten haben sich auch im Bundesstaat Sinaloa – vor allem weibliche – Familienangehörige organisiert, um ihre unter gewaltsamen Umständen verschwundenen Verwandten zu suchen. „Las Rastreadoras“ (Die Fährtensucherinnen) sind bei ihren Nachforschungen bisher auf zahlreiche geheime Gräber gestoßen. Die gefundenen Knochenreste werden 75 Skeletten zugeordnet. Die Aktivistinnen beklagen sich über die „Kälte“, die Behörden und Gesellschaft angesichts des Problems zeigten. Zudem würden die Verschwundenen ein zweites Mal zu Opfern gemacht, indem die Regierung des Bundesstaates sich weigere, bei ihnen von „erzungenem Verschwindenlassen“ zu sprechen, sondern stattdessen den Ausdruck „Abwesenheiten“ benutze.  […]


Ein Hund auf Kuba. Die Behörden haben nicht mitgeteilt, ob er in Haft bleibt oder freigelassen wurde. Foto: cubasalitreysal.blogspot.com (CC BY-NC-ND 2.5)
Kuba

Regierung begnadigt 787 Gefangene

Die kubanische Regierung hat beschlossen, 787 Verurteilte zu begnadigen. Das teilte die offizielle Tageszeitung Granma mit. Anlass war ein Aufruf des Papstes anlässlich des “Heiligen Jahres der Barmherzigkeit”. Bei einer Feier zum “Jubiläum der Gefangenen” sollten die Regierungen Nachsicht üben und Gefangenen die Möglichkeit geben, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. […]


Zwei Mitglieder der Landlosenbewegung MST in Brasilien. Foto: Flickr/Daniel Zanini H. (CC BY 2.0)
Lateinamerika

Arbeitsbedingungen auf dem Land müssen verbessert werden

In Lateinamerika arbeiten Über 50 Millionen Menschen im landwirtschaftlichem Sektor unter prekären Bedingungen.
Auf diese alarmierende Situation weist die Internationale Arbeiterorganisation ILO in ihrem am 13. Oktober veröffentlichten Bericht zu „Arbeiten auf dem Land im 21. Jahrhundert“ hin. Darin bekräftigt das ILO-Regionalbüro für Lateinamerika und die Karibik: „In Lateinamerika und der Karibik leben 20 Prozent der Arbeiter*innen auf dem Land. Sie gehören zu einem ländlichen Arbeitsmarkt, der sich durch prekäre Beschäftigungsbedingungen und geringen Lohn auszeichnet. Die Armutsrate ist doppelt so hoch als in den städtischen Zonen.“
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Dutzende Familien sind aus den Gemeinden El Cubo und El Guayabo in die Bezirkshauptstadt San Miguel Totolapan in Guerrero geflüchtet. Grund sind die Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden des Organisierten Verbrechens. Foto: La Jornada/Víctor Camacho
Mexiko

Guerrero: Das organisierte Verbrechen als bewaffneter Arm der Bergbauunternehmen

Im Gebirge von Guerrero, zwischen den Regionen Costa Grande und Tierra Caliente sind Dutzende von Dörfern und Ejido-Siedlungen verlassen oder befinden sich in der Gewalt des organisierten Verbrechens. Sie sind praktisch menschenleer, abgesehen von den Bewohner*innen, die akzeptierten oder gezwungen wurden, für die Kriminellen zu arbeiten. Manuel Olivares, Leiter des Regionalen Menschenrechtszentrums José María Morelos y Pavón (Centro Morelos) mit Sitz in der guerrensischen Stadt Chilapa beschreibt die Situation eindrücklich. Er weist die Verantwortung für diese Situation den Interessen sowohl der multinationalen als auch mexikanischen Bergbauunternehmen zu. Das organisierte Verbrechen agiert wie ihr paramilitärischer Arm. […]


Gedenkzeremonie am Massengrab in der Colonia Dignidad. Im Vordergrund Myrna Troncoso. Dahinter die Abgeordnete Renate Künast und weitere Delegationsmitglieder. Foto: AFDD Talca
Chile

Wir dokumentieren: Bundestagsdelegation besucht erstmals die Colonia Dignidad

Sieben Mitglieder des Bundestagsausschusses für Recht und Verbraucherschutz haben am Mittwoch, 2. November die Colonia Dignidad in Chile besucht. Die von der Ausschussvorsitzenden Renate Künast geleitete Delegation gedachte den vermutlich über hundert chilenischen Widerständler*innen, die dort während der Pinochet-Diktatur von deutschen Siedlern und chilenischen Militärs ermordet wurden. Danach führten sie Gespräche mit Mitgliedern der chilenischen Angehörigenverbände, sowie mit deutschen Opfern der Siedlung. Es war das erste Mal nach der Festnahme des inzwischen verstorbenen Sektenführers Paul Schäfer im Jahr 2005, dass eine Delegation des deutschen Bundestages die Siedlung besucht. Dort wurden fast ein halbes Jahrhundert hindurch schwerste Menschenrechtsverletzungen begangen. […]