
Foto: Nick Youngson via pix4free.org
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(Brasilia, 28. Oktober 2026. la diaria).- Drei Tage nach der gescheiterten Präsidentschaftskandidatur ist Flávio Bolsonaro aus seinem Land geflohen war und hat in den Vereinigten Staaten um Asyl gebeten.
„Wahlbetrug“ – ein Vorwurf ohne Beweise
In einem am Mittwochnachmittag veröffentlichten Brief bezeichnete sich der ehemalige Kandidat als „gewählter Präsident Brasiliens“. „Ich wende mich an das brasilianische Volk und die internationale Gemeinschaft als der wahre gewählte Präsident Brasiliens“, erklärte Bolsonaro in dem von brasilianischen Medien veröffentlichten Brief. Der Senator der Liberalen Partei kündigte zudem an, die brasilianische Opposition vom Ausland aus anführen zu wollen, und wiederholte – ohne Beweise vorzulegen –, dass es bei den Wahlen am Sonntag zu Wahlbetrug gekommen sei. In dem Brief kritisierte Bolsonaro zudem den Obersten Bundesgerichtshof (STF) und dankte dem US-Präsidenten Donald Trump für die Aufnahme seiner Familie in den USA sowie dem argentinischen Präsidenten Javier Milei für dessen „Mut und Sinn für Gerechtigkeit und Rechtmäßigkeit“. Flávio Bolsonaro traf am Mittwoch in Miami ein. Brasilien hatte er über die Grenze zu Argentinien verlassen, wo er in ein Privatflugzeug stieg und mit Zwischenstopp in Ecuador in die USA flog. Zuvor hatte Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Bundesgericht Bolsonaro zur Herausgabe seines Reisepasses aufgefordert. Hintergrund ist eine Ermittlung wegen mutmaßlicher Geldwäsche. Bolsonaro streitet die Vorwürfe ab. Wie das Portal Metrópoles berichtete, sieht der bei den brasilianischen Wahlen unterlegene Kandidat den STF-Richter Cristiano Zanin verantwortlich für „mehr als zehn Millionen Stimmen, die Lula nach dem ersten Wahlgang erhalten hat“. Diese Behauptung ist falsch; am Wahlsonntag hatte Zanin die Öffnung der Wahllokale auf 19:00 Uhr verlängert, doch laut dem Obersten Wahlgericht gingen nach 17:00 Uhr nur noch 34.000 Stimmen ein.
„Bin ausgereist, um der Führer zu sein, den mein Volk verdient“
Bolsonaro bezeichnete seine Niederlage als Folge eines „abscheulichen Wahlbetrugs“ und erklärte, Minister Alexandre de Moraes, der „höchstwahrscheinlich im Gefängnis säße, wenn man meine Amtseinführung nicht verhindert hätte“, habe mit dem Antrag auf Beschlagnahmung seines Reisepasses einen „vorab ausgearbeiteten Plan“ in Gang gesetzt. Schließlich bestritt Bolsonaro in dem Brief, aus Brasilien geflohen zu sein. „Ich bin aus Brasilien ausgereist, um ein Ausnahmezustandsregime zu verlassen und der Führer zu sein, den mein Volk verdient. Denn wenn ich schweigen müsste, inhaftiert und zensiert wie mein Vater, könnte ich diese Führungsrolle nicht ausüben, und wir wären dem institutionellen Theater einer kastrierten Opposition ausgeliefert, kontrolliert von einem Obersten Gerichtshof, der dem Regime komplett unterworfen ist“, schrieb Flávio Bolsonaro.
Flávio Bolsonaro flieht in die USA von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
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