Landgemeinde kämpft gegen Eukalyptus-Monokulturen

Monokulturen
Die ursprünglich in Australien und Indonesien beheimateten Eukalyptus-Arten werden inzwischen auch in anderen Weltregionen wegen ihrer Schnellwüchsigkeit und guten Holzqualität angebaut. Die Fläche der Eukalyptus-Plantagen entspricht etwa zwölf Prozent der Fläche aller Forste und Holzplantagen und etwa 0,5 Prozent aller Waldflächen weltweit. Der Anbau von Eukalyptus führt häufig zu Problemen, weil er den Boden bis in die Tiefe austrocknet, den heimischen Tieren keinen Lebensraum bietet, andere Pflanzenarten aggressiv verdrängt und die Waldbrandgefahr verstärkt. Foto: Brent Wiese/Flickr (CC BY-NC-ND 4.0)

(Asunción, 21. August 2025, BASE-IS).- In der Mitte des Landes kämpft die Organización Campesina del Norte gegen die staatliche Agrarpolitik: In der Gemeinde San Miguel Ka’aguy’i im Distrikt Horqueta wird die Ausweitung von Eukalyptus-Monokulturen derzeit massiv vorangetrieben. Die Organización Campesina del Norte (OCN) hat eine Solidaritätserklärung mit den betroffenen Familien veröffentlicht, in der sie die ökologischen und sozialen Auswirkungen des extraktivistischen Modells anprangert und die Behörden auffordert, die Durchsetzung von Forstprojekten ohne vorherige Konsultation zu stoppen.

Monokultur schadet Mensch und Umwelt

Die OCN warnt davor, dass die Anlage großer Eukalyptusplantagen eine direkte Bedrohung für die Ernährungssouveränität und die Artenvielfalt darstellt. „Der Anbau von Eukalyptus führt zu einer Verschlechterung der Bodenqualität, zur Erschöpfung der Wasserressourcen und zur Verschmutzung der Umwelt durch den intensiven Einsatz von Agrochemikalien”, heißt es in der Erklärung, in der gleichzeitig betont wird, dass die Bauerngemeinden nicht zu diesen Plantagen konsultiert wurden. Der Fall von San Miguel Ka’aguy’i ist kein Einzelfall. Die Broschüre Bosques de Leña y Papel (Holz- und Papierwälder) zeigt, wie sich die Ausbreitung von Monokulturen – hauptsächlich Eukalyptus – auf Gebiete mit hoher ländlicher Armut konzentriert, wie Caazapá und Concepción, wo die Gemeinden für ihren Lebensunterhalt von der familiären Landwirtschaft abhängig sind. Der Studie zufolge werden diese Monokulturprojekte unter dem Deckmantel der „nachhaltigen Entwicklung“ oder der „Energiegewinnung“ gefördert, doch in der Praxis verstärken sie die Konzentration von Landbesitz, vertreiben Bauernfamilien und verursachen erhebliche Umweltschäden. Zu den wichtigsten festgestellten Auswirkungen gehören:

  • Verringerung der Wasserressourcen: Eukalyptusbäume verbrauchen große Mengen an Wasser, was zu einer Verringerung der Wassermenge in Bächen, Quellen und Gemeinschaftsbrunnen führt.
  • Erosion und Verlust der Bodenfruchtbarkeit: Da es sich um schnell wachsende Monokulturen handelt, wird der Boden ausgelaugt und hat kaum Möglichkeiten zur natürlichen Regeneration.
  • Verschmutzung durch Agrochemikalien: Der intensive Einsatz von Herbiziden und Pestiziden beeinträchtigt die Gesundheit der Gemeinden und der lokalen Ökosysteme.
  • Beeinträchtigung der Biodiversität: Die Plantagen ersetzen heimische Wälder und zerstören Lebensräume, wodurch die Vielfalt der Flora und Fauna verringert wird.

San Miguel Ka’aguy’i ist nicht allein

„Land ist keine Ware“, lautet das Credo der OCN: Grund und Boden sei „die Wurzel des Lebens, der Kultur und der Zukunft unserer Kinder”. Die Organisation plädiert für eine gemeinschaftliche Perspektive, bei der Entwicklungsmodelle Vorrang haben sollten, die auf der Produktion von Nahrungsmitteln, der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und der Achtung der Rechte der Gemeinden basieren. Der Aufruf von San Miguel Ka’aguy’i ist Teil einer Reihe von Widerstandsaktionen der bäuerlichen und indigenen Bewegungen, die in verschiedenen Regionen des Landes die Ausweitung von Monokulturen ablehnen. Die Hauptforderung: Konsultations- und Beteiligungsauflagen erfüllen und öffentliche Maßnahmen fördern, die auf Ernährungssouveränität, den Schutz der Gemeingüter und soziale Gerechtigkeit ausgerichtet sind. „San Miguel Ka’aguy’i ist nicht allein. Sein Widerstand ist auch der unsere”, schließt die Erklärung der OCN mit einer Botschaft, die über Concepción hinausgeht und den gemeinsamen Kampf zur Verteidigung von Land, Wasser und Leben zum Ausdruck bringt.

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