Zweites Jahr in Folge: queere antifaschistische und antirassistische Demonstration

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Aufruf zur queeren antifaschistischen antirassistischen Demo gegen Milei in Argentinien. Foto: #7F

(Buenos Aires, 8. Februar 2026, ReGA/poonal).- Ein Jahr nach dem ersten queeren antifaschistischen und antirassistischen Protestmarsch, der als Reaktion auf Javier Mileis homofeindliche Aussagen auf dem Weltwirtschaftsforum 2025 in Davos entstanden war, fanden in Buenos Aires, Rosario, Córdoba Stadt und im Valle de Punilla, und in den Hauptstädten der argentinischen Provinzen Chaco, Misiones, Formosa, Mendoza, Salta y Entre Ríos erneut Massenkundgebungen statt. Aufgerufen hatte wieder ein Bündnis von LGBTIQ+-Organisationen. Durch die Straßen von Buenos Aires zog ein großer Demonstrationszug mit Zehntausenden Menschen und setzte erneut ein klares Zeichen: Nein zum Faschismus.

Die queerfeministische antifaschistische und antirassistische Allianz hatte im Januar die nötigen Bündnisse geschmiedet, um diese Mobilisierung möglich zu machen. Wie schon 2025 war der Aufruf nicht auf die Anliegen von LGBTIQ+-Personen beschränkt. Stattdessen steht die Demonstration bewusst im Kontext vielfältiger sozialer Kämpfe z.B. gegen Mileis ultraliberales Arbeitsreformprojekt, das im Februar im Parlament beraten werden soll; gegen das präsidentielle Dekret nach dem Vorbild von Trumps ICE, das Migrant*innen kriminalisiert und verfolgt, sowie gegen die Reform des Gesetzes zum Schutz der argentinischen Gletscher, die auf die Kommerzialisierung und Profitabilisierung der kostbaren Süßwasserressourcen des Landes zielt.

Die Demonstration trug den festlichen Charakter klassischer Pride-Märsche, zeigte zugleich aber deutlich: Schwule, lesbische und trans Organisationen sind fest im gesellschaftlichen Widerstand und in der Opposition zu dieser Regierung verankert.

Prägend für die Mobilisierung war die starke Beteiligung vieler Einzelpersonen, die sich selbstorganisiert der Demonstration anschlossen. Zugleich wurde deutlich, dass Rentner*innen und Organisationen, die gegen die Kürzungen öffentlicher Gelder im Bereich der Inklusion von Menschen mit Behinderung protestieren, eine wichtige Rolle spielen: Sie stellten die erste Reihe hinter dem Hauptbanner des Demonstrationszuges.

Dieser Text ist zuerst bei ReGA erschienen. Die Historikerin Gabriela Mitidieri und der Soziologe Robert Grosse arbeiten bei der argentinischen Menschenrechtsorganisation Centro de Estudios Legales y Sociales (CELS). Text und Übersetzung entstanden im Rahmen des Projekts „Linea B – Researching authoritarian politics between Latin America and Europe“ von CELS und Research Against Global Authoritarianism (ReGA) und erscheint im ReGA-Newsletter, zu abonnieren unter: http://tinyurl.com/3c6h83ny

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