Ehemaliger Präsident zu 14 Jahren Haft verurteilt

Bestechung
Martín Vizcarra, 2016
Foto: Peruanische Regierung via wikimedia
CC BY-SA 4.0

(Lima, 26. November 2025, Prensa Latina/poonal).- Der ehemalige peruanische Präsident Martín Vizcarra ist wegen Bestechung und anderer Vergehen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht befand ihn für schuldig, Bestechungsgelder von Unternehmen angenommen und ihnen im Gegenzug wirtschaftliche Vorteile verschafft zu haben. Die Strafe muss sofort angetreten werden. Vizcarra hatte den Gerichtssaal mit einem siegessicheren Lächeln betreten, begleitet von seinen Anhängern, die ihm lautstark einen positiven Ausgang des Verfahrens prognostiziert hatten. Die gute Laune verflog jedoch, als die Urteilsverkündung zum wichtigsten Teil kam, nämlich zum Strafmaß.

 

 

Unschuldsbehauptung zurückgewiesen

„Die strafrechtliche Verantwortung von Martín Vizcarra für die ihm vorgeworfene Straftat konnte hinreichend nachgewiesen werden, weshalb er strafrechtliche Konsequenzen zu tragen hat“, heißt es in dem Urteil. Durch die Bestechungsgelder habe er auch dem Staat Schaden zugefügt. Mit Hilfe von Zeugenaussagen und anderen Beweisen konnte nachgewiesen werden, dass die Aufträge für den Bau eines Krankenhauses und eines Wasserprojekts an die Unternehmen Obrainsa und Lomas de Ilo vergeben worden waren, nachdem diese umgerechnet 676.470 Dollar gezahlt hatten, um den Zuschlag zu erhalten. Das Gericht verhängte außerdem eine neunjährige Sperre für die Ausübung von politischen Ämtern im Staatsapparat und verdonnerte Vizcarra und die beteiligten Unternehmen zur Zahlung einer gerichtlichen Entschädigung von insgesamt 2.363.000 Soles (695.000 Dollar).

Das Urteil kam nicht überraschend. Seit Wochen hatten Juristen und Medien eine Verurteilung prognostiziert. Vizcarra beteuerte stets seine Unschuld und bestritt die Gültigkeit der Aussagen der Bauunternehmer und seines engen Freundes José Hernández, die gestanden hatten, ihm Bestechungsgelder gezahlt bzw. als Vermittler der Bestechungsgelder fungiert zu haben. Die Beweise der Staatsanwaltschaft betrachtete er als unzureichend. Der Verurteilte hatte als Vizepräsident im März 2018 den zurückgetretenen neoliberalen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski abgelöst. Im November 2020 wurde vom Parlament seines Amtes enthoben und für die Ausübung öffentlicher Ämter gesperrt.

Vizcarra wird der dritte Insasse des Gefängnisses sein, das ausschließlich für ehemalige Regierungschefs bestimmt ist. Dort verbüßen bereits der Neoliberale Alejandro Toledo, der von 2001 bis 2006 regierte, der Nationalist Ollanta Humala (2011-2016) und Pedro Castillo (2021-2022) ihre Strafen. Im Prozess gegen Castillo wird morgen das Urteil verkündet. Die Staatsanwaltschaft fordert 34 Jahre Haft wegen versuchtem Staatsstreich.

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