
19 schwule Männer wurden 2024 in Mexiko Opfer von Hasskriminalität.
Foto: Philippe Leroyer via flickr
CC BY-NC-ND 2.0
(Mexiko-Stadt, 4. Juli 2025, Amerika21).- In Mexiko sind die bekannten LGBT-Aktivisten Jesús Laiza González und Isaí López Rodríguez ermordet worden. Als sie am 29. Juni nach der Teilnahme am Pride-Marsch in Mexiko-Stadt nach Tizayuca im Bundesstaat Hidalgo zurückkehrten, feuerten Unbekannte gezielt mehrere Schüsse auf sie ab. Jesús Laiza engagierte sich im Vorstand der linken Partei der Arbeit (PT) und war Diversity-Beauftragter der kürzlich gegründeten Lokalpartei Espacio Hidalgo. Auch sein Lebensgefährte Isaí López setzte sich aktiv für die Gleichstellung und die Rechte von LGBT-Menschen ein.
Das Schlimmste ist die Ohnmacht
Nur Stunden vor ihrem Tod hatte Jesús Laiza auf dem Pride-Marsch in der Hauptstadt von Morddrohungen berichtet. Alaín Pinzón, der Direktor der Nichtregierungsorganisation VIHveLibre, schrieb auf der Online-Plattform X: „Ich traf Jesús am Samstag auf dem Marsch hier in Mexiko-Stadt. Er stellte mich seinem Partner vor und erzählte mir, dass er aufgrund seiner Aktivitäten für den Marsch in seiner Stadt bedroht werde, dass sie beobachtet würden und bereits physisch sowie digital verschiedene Bedrohungen erhalten hätten.“ Dass keine Behörde die Besorgnis der beiden ernstgenommen habe, hinterlasse bei ihm ein tiefes Gefühl der Ohnmacht.
80 Morde an LGBT-Personen in 2024
Das Kollektiv Renacer Tepeapulco aus Hidalgo und zahlreiche weitere LGBT-Organisationen forderten eine vollständige Aufklärung dieses neuen Hassverbrechens. Erst im Januar wurde in Ixmiquilpan, ebenfalls in Hidalgo, die Transfrau und Aktivistin Gaby Ortiz ermordet. Die Nichtregierungsorganisation Letra S dokumentierte für 2024 insgesamt 80 Morde an LGBT-Personen in Mexiko, darunter 55 Transfrauen und 19 schwule Männer. Auf dem Pride-Marsch in Mexiko-Stadt, der laut Stadtbehörden mit 800.000 Teilnehmenden gut besucht war (amerika21 berichtete), wurde nicht nur gegen die Gewalt an der LGBT-Gemeinschaft protestiert. Inmitten des festlichen Umzugs waren auch Forderungen gegen den Völkermord in Palästina zu sehen, ebenso antikapitalistische Blöcke sowie Menschen mit Behinderungen, Migrant*innen, Geflüchtete sowie Sexarbeiter*innen. Zum dritten Mal nahm auch ein Block teil, der das gewaltsame Verschwinden von LGBT-Personen thematisierte.
Zwei LGBT-Aktivisten nach Pride-Marsch erschossen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
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