Offizielle Zahl der Corona-Todesfälle steigt von 69.000 auf 180.000

Luft zum Atmen: knapp und lebenswichtig
Foto: LEGADO Lima 2019
CC BY-NC-SA 2.0

(Lima, 1. Juni 2021, la diaria).- Die peruanische Regierung hat eine aktualisierte Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus bekanntgegeben. Bis zum Samstag den 29. Mai 2021 seien 180.764 Menschen an oder mit Corona gestorben – etwa 100.000 mehr, als das Gesundheitsministerium bisher genannt hatte. Die neuen Daten stammen aus dem Bericht eines wissenschaftlichen Teams, das zur Bestimmung der Todesfälle durch das Corona-Virus im Land erweiterte Kriterien festgelegt habe, so die Tageszeitung „La República“ in Lima.

Expert*innengruppe bestätigt traurigen Rekord

„Es ist wichtig, klarzustellen, dass der Bericht nicht sagt: ‚Es gibt jetzt mehr Tote als vorher‘. Gesagt wird, dass eine beachtliche Nummer an Opfern vorher nicht als Covid-Tote eingestuft wurde. Sprich, was sich geändert hat, sind die Kriterien zur Bestimmung von Corona als Todesursache. Vorher wurden nur durch einen positiven Test bestätigte Todesfälle berücksichtigt“, erklärte der Gesundheitsminister Óscar Ugarte während einer Pressekonferenz die Ergebnisse. Anhand der beim Nationalen Register der Sterbefälle SINADEF (Sistema Informático Nacional de Defunciones) eingegangenen Zahlen wurde deutlich, dass die Anzahl der Corona-bedingten Todesopfer bisher unterschätzt wurde. Bei der neuen Zählung wurden nicht mehr nur wie bisher die positiven Testergebnisse berücksichtigt, sondern auch Verstorbene mitgezählt, bei denen man aufgrund der Symptomatik von einer Corona-Infektion hätte ausgehen können. Aus der Veränderung der Kriterien erklärt sich der signifikante Anstieg der Todeszahlen: Durch die Aktualisierung beträgt die Sterberate nun 5.484 Einwohner pro eine Million Einwohner. Damit ist Peru laut internationalen Nachrichtenagenturen weltweit das Land mit den meisten Corona-Toten ‑ mit einem deutlichen Abstand zu Ungarn als Land Nummer zwei, wo 3.077 Tote gezählt wurden. Peru, in verschiedener Hinsicht eins der in Lateinamerika am meisten von der Pandemie betroffenen Länder, kämpft mit einem überlasteten öffentlichen Gesundheitssystem und dem Mangel an Sauerstoffflaschen.

Nach Aussagen von Premierministerin Violeta Bermúdez wurde die Zahl der Verstorbenen von einem Gremium aus peruanischen und internationalen Experten überprüft. „Wir denken, dass es unsere Pflicht ist, diese aktualisierten Informationen öffentlich zu machen“, so Bermúdez.

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